Erzbistum Hamburg will zwei katholische Schulen retten

Hoffnung, aber keine Garantie

Das Erzbistum Hamburg will zwei der von der Schließung bedrohten katholischen Schulen in der Hansestadt retten. "Wir haben in den vergangenen Monaten einige intensive Gespräche führen können", sagte Erzbischof Stefan Heße am Donnerstag.

Demonstration für Erhalt katholischer Schulen in Hamburg / © Markus Scholz (dpa)
Demonstration für Erhalt katholischer Schulen in Hamburg / © Markus Scholz ( dpa )

Diese haben "uns Hoffnung auf eine mögliche Weiterentwicklung der Katholischen Sophienschule sowie der Katholischen Schule Harburg gegeben haben", sagte Erzbischof Stefan Heße am Donnerstag. Die Möglichkeiten sollten nun weiter ausgelotet und Gespräche mit potenziellen Sponsoren intensiviert werden. "Dazu brauchen wir jedoch mehr Zeit", so Heße.

Laut Mitteilung des Erzbistums hat der neu gegründete Wirtschaftsrat der Diözese entschieden, eine Weiterentwicklung der beiden Standorte zu prüfen. Die Frist, bis zu der eine endgültige Entscheidung fallen soll, verlängerte das Gremium demnach um ein Jahr bis Ende Januar 2020.

Schonfrist für drei Schulen

Das Erzbistum hatte Ende Januar angekündigt, wegen seiner prekären Wirtschaftslage bis zu 8 seiner 21 katholischen Schulen in der Hansestadt zu schließen. Der Sophienschule, der Katholischen Schule Harburg und der Katholischen Schule Neugraben wurde eine Schonfrist von einem Jahr eingeräumt, in der nach externen Partnern und Sponsoren gesucht werden sollte.

Für die Schule in Neugraben werden laut Mitteilung künftig keine Rettungspläne mehr verfolgt. Wie bereits an den anderen fünf Schulen werden dort nun keine neuen Schüler mehr aufgenommen; der Schulbetrieb läuft sukzessive aus. Hauptgründe seien der signifikante Instandsetzungs- und Erweiterungsbedarf sowie das auch zukünftig zu erwartende laufende Defizit im Schulbetrieb, hieß es.

"Es gibt keine Garantie für das Gelingen!"

Die Sophien-Grundschule in Barmbek könnte dagegen zu einer Grund- und Stadtteilschule ausgebaut werden. Die Grund- und Stadtteilschule in Harburg könnte nach Schließung des benachbarten Niels-Stensen-Gymnasiums in dessen Räumen weiterbetrieben werden.

Nötig wären dazu nach Angaben der Erzdiözese Investitionen von insgesamt über 40 Millionen Euro. Die Summe könne das Erzbistum angesichts seiner hohen bilanziellen Überschuldung aber nicht stemmen. Es komme darauf an, wie viel Geld von Spendern und Investoren zusammenkomme, betonte Heße. "Ich werde alles dafür tun, dass wir das schaffen. Aber ich sage genauso deutlich: Es gibt keine Garantie für das Gelingen! Es kann auch scheitern."


Erzbischof Stefan Heße / © Julia Steinbrecht (KNA)
Erzbischof Stefan Heße / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA