Ehrenamtlich die Kirche putzen?
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Sich für Alte und Kranke engagieren
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Es gibt auch viele Möglichkeiten Kinder zu unterstützen
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06.11.2018

Warum sich Menschen ehrenamtlich engagieren Eine besondere Form von Großzügigkeit

"Zeit ist Geld", ist ein bekannter Spruch. Wenn man sich ehrenamtlich engagiert, geschieht das unentgeltlich – obwohl man viel Zeit für andere aufwendet. Im Erzbistum Köln gibt es Koordinationsstellen, die das besondere Engagement vermitteln.

DOMRADIO.DE: Sie sind Ehrenamtskoordinatorin der Katholischen Kirche in Brühl und nicht auf der fieberhaften Suche nach Menschen, die beim Pfarrfest helfen oder sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, sondern die Menschen suchen Sie. Wie läuft das ab?

Valeria Aebert (Ehrenamtskoordinatorin der Katholischen Kirche in Brühl): Natürlich suchen wir auch immer Menschen für ganz bestimmte Aufgaben und halten die Augen auf, aber eine Besonderheit hierbei ist, dass wir eine offene Sprechstunde für Menschen haben, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Diese Menschen wissen noch nicht so genau, wo und wie. Dreimal die Woche sitze ich im Begegnungszentrum mit der Einladung einfach vorbeizukommen und sich zu informieren, was es alles in Brühl zu tun gibt – und zu meiner großen Freude kommen auch Menschen.

DOMRADIO.DE: Was sind die Gründe der Menschen, sich zu engagieren? Warum wollen sie ihre Zeit verschenken? Was bekommen Sie da mit?

Aebert: Das sind ganz unterschiedliche Motive. Manche haben die Vorstellung, sich ehrenamtlich engagieren zu wollen, sind aber nirgendwo fest angebunden – weder in einer Gemeinde, noch in einem Verein. Sie kommen aber auf jeden Fall schon mal mit der Bereitschaft, etwas über ihre Familie hinaus, über ihren engen Kreis hinaus, tun zu wollen. Andere kommen mit ganz festen Vorstellungen und sagen: "In meinem Beruf habe ich so viel mit Akten und Bürokratie zu tun, dann möchte ich in meiner Freizeit gerne Menschen was geben".

Sie möchten gerne Dinge tun, die mir und anderen Freude machen. Die Motive sind sehr vielfältig. Die eigene Zeit zu verschenken, steht aber ganz oft im Vordergrund. Das finde ich auch sehr besonders, weil Zeit ja nun ein sehr hohes und kostbares Gut ist.

DOMRADIO.DE: Da kommen wir zum Punkt der Großzügigkeit. Gibt es denn manchmal auch Fälle, in denen Sie erkennen, dass es mit dem einen oder anderen so nichts wird?

Aebert: Das habe ich noch nicht erlebt. Aber es kommt schon vor, dass das, was sich jemand vorstellt, nicht zu dem passt, was gerade gebraucht wird oder was möglich ist. Wenn jemand zum Beispiel berufstätig ist und gerne was mit Kindern machen möchte, aber immer erst abends Zeit hat. Da sind manche Menschen etwas enttäuscht. Aber dann kann man gemeinsam noch einmal schauen, ob es nicht noch andere Möglichkeiten gibt, sich zu engagieren. Meistens finden wir, was sie vermitteln, auch in nicht-kirchlichen Ehrenämtern.

DOMRADIO.DE: Sie sind aber bei der katholischen Kirche in Brühl angestellt. Ist dieses "Fremdvermitteln" denn gewollt?

Aebert: Das ist eben auch seit drei Jahren in der Engagementförderung Teil meines Auftrags. Es war auch ein Beschluss der katholischen Kirche, eben nicht nur die eigenen Reihen zu füllen und die eigenen Gruppen zu unterstützen. Aber vor allen Dingen geht es darum, die Tür zu anderen Initiativen und Vereinen Brühls weit aufzumachen und zu schauen, wo noch Bedarf ist. Wenn Menschen in die Sprechstunde kommen oder auch Termine mit mir machen, gehen wir immer so vor, dass wir zuerst allgemein schauen, was für jemanden gut ist. Also die Frage: Was möchten diese Menschen tun? Es geht nicht darum, Lücken zu stopfen. Auf diese Weise erreicht das Engagement dann oft ganz andere Institutionen.

DOMRADIO.DE: Wo sehen Sie denn bei den Freiwilligen ein besonderes Maß an Großzügigkeit? Wovon werden Sie besonders berührt?

Aebert: Besonders berührend finde ich, wenn Menschen, die ganz wenig Zeit haben, weil sie berufstätig oder familiär sehr eingebunden sind, kommen und trotzdem eine halbe Stunde oder sogar eine Stunde in der Woche helfen möchten. Das ist dann oft abends noch nach 19 Uhr oder in einem anderen, ganz engen Zeitfenster. Das finde ich immer wieder sehr besonders und großzügig, seine Zeit im Ehrenamt zu schenken – eine besondere Form von Großzügigkeit.

Das Gespräch führte Tobias Fricke.

(DR)

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