Bundesversammlung der Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) 2018
Bundesversammlung der Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) 2018
kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil
Die kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil

06.10.2018

Katholische Frauengemeinschaft feiert Jubiläum "Wir müssen mutiger werden"

Die katholische Kirche ist eine weibliche Kirche, denn die, die sich in den Gemeinden engagieren, sind oft Frauen. Die kfd sorgt dafür, dass genau sie auch gehört werden. Jetzt feiert der Bundesverband sein 90-jähriges Jubiläum.

DOMRADIO.DE: Frau Heil, wie feiern Sie denn heute?

Mechthild Heil (Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands/kfd): Wir feiern heute sehr rustikal. Wir sind in einem Festzelt mit Bierbänken und Fingerfood. Morgen ist Erntedankfest und deswegen haben wir heute ein Frauenfestmahl mit dem Titel "leidenschaftlich glauben und leben". Wir haben alle Diözesen gebeten, sie sollen ein Brot mitbringen. Wir selber bringen natürlich auch ein großes Brot mit. Das wird dann gemeinsam geteilt und natürlich auch später gegessen. Aber wir haben auch etwas für den Kopf dabei. Wir haben drei Gespräche aus Politik, Gesellschaft, Kirche und natürlich unserem Verband.

DOMRADIO.DE: Wo positionieren Sie sich denn in der heutigen Gesellschaft und in der Kirche?

Heil: Wir fühlen uns im Grunde als den Frauenort in der Kirche, weil die Strukturen ein bisschen wegbrechen und Gemeinden zusammengelegt werden. Gläubige wissen auch nicht mehr, wo sie sich zugehörig fühlen. Aber wir Frauen wir bleiben im Ort in der Kirche. Deswegen sind wir, denke ich, mit Recht der Frauenort auch in der Kirche und auch das Sprachrohr für Frauen, für ihre Anliegen in der Kirche. Ich glaube, wir können mit Fug und Recht sagen, dass wir einen großen Teil des Gemeindelebens auch aufrechterhalten.

DOMRADIO.DE: Wie war das denn vor 90 Jahren, was hat sich verändert und wenn ja wie?

Heil: Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Vor hundert Jahren haben die Frauen das Frauenwahlrecht bekommen. Da kann man erahnen, wie die Gleichstellung von Frau und Mann vor 90 Jahren war. Aber unsere Anfänge sind tatsächlich so, dass sich die Diözesen Paderborn, Münster und Köln zusammengeschlossen haben und das ist dann der Vorläufer unseres großen Zusammenschlusses in der ganzen Bundesrepublik, also unserer kfd auf Bundesebene.

DOMRADIO.DE: Wie würden Sie sagen: Hatte die kfd damals schon die gleiche Mission wie heute?

Heil: Im Grunde schon. Es geht ja immer um Glauben, die Verbundenheit mit der Kirche, um gesellschaftspolitische Themen. So gesehen ist das gleich, aber natürlich haben sich die Fragestellungen ein wenig verändert.

DOMRADIO.DE: Wie sehr ist die kfd auch ein politisches Sprachrohr?

Heil: Wir sind ein politisches Sprachrohr. Für mich ganz persönlich, das habe ich überall gehört, hängt das eng zusammen. Ich glaube nicht, dass man Christ sein kann ohne auch politisch zu denken und sich einzumischen. Genauso finde ich, dass man kaum Politikerin sein kann ohne auch einen Glauben zu haben, deswegen gehört das zusammen. Wir haben natürlich auch immer tolle Aktionen. Zum Beispiel mit Blick auf die Mütterrente, ob die so gekommen wäre, wenn wir uns nicht so eingesetzt hätten. Wir haben gemerkt, dass da noch ein kleiner Spalt der Tür aufgegangen ist. Dann haben wir beim Katholikentag angefangen, nochmal Unterschriften zu sammeln für die Mütterrente und innerhalb von ein paar Tagen haben wir 62.000 Unterschriften gesammelt und  dem Minister Heil überreicht. Das war natürlich ein großer Erfolg von uns, dass am Schluss auch der dritte Rentenpunkt dabei rauskommt.

DOMRADIO.DE: Die Rolle der Frau sowohl in der Gesellschaft wie auch in der Kirche ist ja wieder oder eigentlich immer noch ein ganz heißes Eisen, weil sich die Kirche auch verändert. Wird in Zukunft sich auch die Rolle der Frau verändern?

Heil: Die Rolle der Frau verändert sich. Wir empfinden das von Innen eigentlich nicht so, weil wir an eine gleiche Teilhabe in der Gesellschaft glauben. Aber natürlich hat sich das noch nicht durchgesetzt, auch nicht in der Kirche. Das wird sich ganz stark verändern, weil, wie angesprochen, zum Beispiel die Gemeinden zusammengelegt werden. Aber vielleicht auch weil die mediale Aufmerksamkeit heute eine andere ist. Wir müssen prägnanter werden, ein Stückchen lauter und mutiger werden, auch in unseren Positionen. Das ist jetzt nicht das, was man normal mit Kirche verbindet, sondern da sind die Positionen auch sehr abgewogen und um gehört zu werden reicht es nicht nur, dass wir fast 500.000 Frauen vertreten. Wir müssen unsere Aussagen auch klar und mutig vorbringen.

Das Gespräch führte Christoph Paul Hartmann.

(DR)

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