Nach dem Erdbeben in Indonesien
Nach dem Erdbeben in Indonesien
Nach Erdbeben in Indonesien
Nach Erdbeben in Indonesien

04.10.2018

Erkundungsteam der Malteser in Indonesien "Es ist schwer, zu den Betroffenen vorzudringen"

Nach den Erdbeben in Indonesien werden bislang mehr als 1400 Tote gezählt. Hilfsorganisationen wie die Malteser sind vor Ort. Doch die Infrastruktur des Landes ist zerstört und die Helfer gelangen kaum zu den Bedürftigen.

Ein Erkundungsteam des Malteser Hilfsdiensts ist am vergangenen Mittwoch in der indonesischen Hauptstadt Jakarta angekommen. "Die Menschen im Krisengebiet leiden extrem, weil die Hilfe bislang nicht richtig ankommen kann", sagt Nicole Müller, die das Nothilfeteam von Malteser International in Indonesien leitet.

"Es ist sehr schwierig, überhaupt zu den Betroffenen vorzudringen. Die Infrastruktur ist stark zerstört und es gibt kaum Benzin. Unsere lokalen Partner berichten, dass sie bis zu fünf Stunden fahren müssen, um überhaupt erst ihr Auto volltanken zu können. Der Flughafen wurde beschädigt und auch die Häfen für Seetransporte sind teilweise beeinträchtigt", berichtet Nicole Müller weiter.

Regionen von Hilfe abgeschnitten

Noch immer sind viele Regionen von der Hilfe abgeschnitten. Das Team von Malteser International trifft weiter alle Vorbereitungen, um die Hilfsgüter an die Menschen in den betroffenen Städten und Dörfern zu bringen. Die Koordinierung aller Hilfsmaßnahmen erfolgt über die indonesische Regierung.

In Palu, der Provinzhauptstadt auf der indonesischen Insel Sulawesi, sind die ersten Hilfsgüter angekommen. Vielen Menschen fehlte es dort weiterhin am Nötigsten, doch manche Bewohner bemühten sich um ein Stück Normalität. Das ganze Ausmaß der Katastrophe mit mehr als 1400 Toten war auch am heutigen Donnerstag, nach sechs Tagen, noch nicht abzusehen.

Zahl der Todesopfer wird weiter steigen

Der Sprecher des nationalen Katastrophenschutzes, Sutopo Nugroho, bezifferte die Zahl der Toten am Donnerstag auf mindestens 1424. Mehr als 2500 Menschen waren schwer verletzt und mindestens 113 wurden offiziell vermisst. Die tatsächliche Zahl der Todesopfer liegt wohl noch deutlich höher. Längst waren nicht alle aus Schlamm und Trümmern geborgen.

Dem Katastrophenschutz zufolge verloren mehr als 70.000 Menschen entlang von Sulawesis Westküste ihre Unterkunft. Die Vereinten Nationen schätzten, dass fast 200.000 Menschen auf Hilfe angewiesen waren. Aus aller Welt gab es Zusagen. Die EU-Kommission aktivierte den europäischen Katastrophenschutz, um die Hilfe zu koordinieren. Die Bundesregierung gibt 1,5 Millionen Euro.

Palu am schwersten betroffen

Besonders schlimm betroffen war die 350.000-Einwohner-Stadt Palu, wo der Tsunami am Freitagabend in drei Wellen mit bis zu sechs Metern Höhe auf die Küste getroffen war. In zwei Stadtteilen verwandelte sich der Boden bei der Katastrophe in einen weichen Brei - ein Phänomen, das als Bodenverflüssigung bekannt ist.

Immer noch gibt es kleinere Nachbeben. Zudem brach im Nordosten der geplagten Insel noch ein Vulkan aus. Der knapp 1800 Meter hohe Soputan schleuderte Asche bis zu vier Kilometer in die Höhe. Offenbar ging es jedoch glimpflich ab. Der Inselstaat Indonesien hat so viele aktive Vulkane wie kein anderes Land der Welt.

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