Frauen mit Kinderwagen
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Lucia Schneiders-Adams, Referentin bei der KAB
Lucia Schneiders-Adams, Referentin bei der KAB

29.08.2018

Katholische Sozialverbände fordern weitere Rentenreformen Erziehung muss wertgeschätzt werden

Die Bundesregierung beschließt im Rahmen des Rentenpakets die Rente für Mütter auszuweiten, allerdings nicht für alle gleich viel. Katholische Sozialverbände fordern mehr Gerechtigkeit nicht nur für alle Mütter, sondern auch für Väter.

"Wir hätten es natürlich gern gesehen, wenn alle Mütter und nicht nur die, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben, für jedes Kind drei Entgeltpunkte bekommen würden", sagt Lucia Schneiders-Adams. Die Rentenexpertin der Katholischen Arbeitnehmerbewegung Deutschlands (KAB) bewertet das Rentenpaket als einen Schritt in die richtige Richtung.

Zumindest könnten sich die Mütter, die vor 1992 geboren wurden, über einen halben Prozentpunkt mehr freuen. Drohende Altersarmut können so für diese Mütter nicht abgewendet werden, kritsiert Schneider-Adams im Interview mit dem DOMRADIO.DE.

Eva-Maria Eva-Maria Welskop-Deffaa dagegen glaubt, dass die Mütterrente in Einzelfällen dazu führen würde, "dass Frauen, die bisher Renten unter dem Grundsicherungsniveau erhalten, künftig darüber hinauskommen". Die Rentenexpertin ist im Vorstand des Caritasverbandes Deutschlands und sieht in dem Rentenpaket Vorschläge der Sozialverbände umgesetzt, erklärt sie im Interview mit dem DOMRADIO.DE.

Gleichbehandlung aller Kinder

Der Familienbund der Katholiken begrüßt die geplante Ausweitung der sogenannten Mütterrente, fordert aber zugleich mehr Rentengerechtigkeit. Das Ziel müsse "die komplette Gleichstellung aller Erziehungszeiten sein, unabhängig vom Geburtsjahr des Kindes und unabhängig von der Zahl seiner Geschwister", sagte Familienbund-Präsident Stefan Becker am Mittwoch in Berlin.

Die große Koalition hatte sich zuvor darauf geeinigt, bei der Mütterrente für die Erziehung von vor 1992 geborenen Kindern einen halben Rentenpunkt zusätzlich anzurechnen. Der Familienbund fordert dagegen die Gleichbehandlung aller Kinder.

"Auch Mütter, die vor 1992 ihre Kinder zur Welt gebracht haben, haben einen Anspruch auf einen dritten Entgeltpunkt pro Kind", sagte Becker. Mit der geplanten Änderung würden sie 2,5 Entgeltpunkte pro Kind angerechnet bekommen.

Mehr Mütterrente sei wichtiger Fortschritt

Prinzipiell begrüßt der Familienbund die Ausweitung der Mütterrente als "wichtige Etappe". Damit werde die Erziehungsleistung von älteren Müttern und Vätern besser anerkannt und die Gefahr von Altersarmut gesenkt, sagte Becker. "Die Erziehung von Kindern ist ein besonders wichtiger gesellschaftlicher Beitrag, der nicht zu finanziellen Benachteiligungen im Alter führen darf."

Auch die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) wertet die Anrechnung des halben Rentenpunktes als "faire Lösung" in Richtung Rentengerechtigkeit für Mütter. Sie besteht darüber hinaus auf der Forderung, allen Müttern oder Vätern in der Rente drei Jahre Erziehungszeit anzurechnen. Ziel müsse sein, dass "zeitnah auch die volle Angleichung mit einer Anrechnung von drei Rentenpunkten pro Kind für alle kommt", so die Vorsitzende Mechthild Heil.

Kindererziehung muss wertgeschätzt werden

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) schließt sich dieser Forderung an. Um einer drohenden Altersarmut entgegen zu wirken, müsse zudem die Lebensleistung älterer Frauengenerationen stärker berücksichtigt werden. Dazu brauche es eine "generationen-unabhängige Gleichbehandlung bei der Anerkennung von Erziehungsleistungen". Kindererziehung müsse wertgeschätzt und finanziell entlohnt werden.

Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, spricht sich für weitere Reformen aus. Auch für die Zeit nach 2025 solle ein möglichst breiter politischer und gesellschaftlicher Konsens gefunden werden, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Rentenpaket kein großer Wurf

Zum Rentenpaket von Union und SPD gehört auch, das Rentenniveau bis 2025 zu stabilisieren sowie die Leistungen bei Erwerbsminderung zu verbessern und Geringverdiener zu entlasten. Welskop-Deffaa bewertet das verabschiedete Rentepaket nicht als großen Wurf: "Vor allem müssen endlich die Selbstständigen in die Rentenversicherung einbezogen werden können. Da entstehen Lücken, die wirklich schnurstracks in die Altersarmut führen, die wir nicht weiter akzeptieren wollen."

(KNA, DR)

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