Gedenken am Loveparade Unglücksort
Gedenken am Loveparade Unglücksort
Gedenken am Loveparade Unglücksort
Gedenken am Loveparade Unglücksort

24.07.2018

Öffentliches Gedenken an Opfer der Loveparade-Katastrophe Trauer verjährt nicht

Acht Jahre ist die Loveparade-Katastrophe inzwischen her, doch der Schmerz der Angehörigen und Hinterbliebenen der 21 Opfer der Katastrophe vom 24. Juli 2010 ist nach wie vor präsent. Mit einer "Nacht der Lichter" wurde nun der Opfer gedacht.

Mit brennenden Kerzen und Saxofonmusik ist am Montag in Duisburg der Opfer der Loveparade-Katastrophe vor acht Jahren gedacht worden. Zur "Nacht der 1000 Lichter" trafen sich damalige Besucher der Technoveranstaltung und andere Trauernde in dem Straßentunnel, der damals zum Veranstaltungsgelände führte.

Das Gedenken ohne Ansprachen wird traditionell am Vorabend des Jahrestages des Unglücks abgehalten. Am Dienstag ist eine Gedenkveranstaltung am Loveparade-Mahnmal geplant.

Am 24. Juli 2010 waren am einzigen Ein- und Ausgang der Technoparade 21 Menschen erdrückt worden. Mindestens 652 Menschen wurden verletzt. Die Todesopfer im Alter zwischen 17 und 38 Jahren kamen aus Deutschland, China, Australien, Spanien, Italien und den Niederlanden. Seit Dezember 2017 läuft in Düsseldorf ein Strafprozess gegen zehn Beteiligte des Veranstalters und der Stadt Duisburg.

Öffentliche Veranstaltung am Dienstag

Bei der öffentliche Veranstaltung am Dienstagnachmittag an der Gedenkstätte wird unter anderem der Vorsitzende der "Stiftung-Duisburg 24.7.2010", Jürgen Thiesbonenkamp, eine kurze Ansprache halten und an die Geschehnisse vor acht Jahren erinnern, erklärte die Stiftung. Der Unglückstunnel wird von Montagabend bis Dienstagabend für den Autoverkehr gesperrt.

Bei der Gedenkveranstaltung wird es wieder 21 Glockenschläge für die Todesopfer der Katastrophe und einen Glockenschlag für die verletzten Überlebenden geben, wie die Stiftung mitteilte. Erwartet wird auch die frühere NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), die inzwischen Mitglied im Kuratorium der Stiftung ist.

Am Vorabend fand bereits in der evangelischen Salvatorkirche in Duisburg ein nichtöffentlicher Gedenkgottesdienst für die Eltern und Angehörigen der Toten statt, wie die Stiftung weiter mitteilte.

Störung durch starke Medienpräsenz

Eltern und Angehörige der Opfer hätten sich im vergangenen Jahr von einer starken Medienpräsenz bei der Gedenkveranstaltung gestört gefühlt, erklärte Ombudsmann Jürgen Widera. Deshalb sind in diesem Jahr während der 30-minütigen Veranstaltung keine Foto- und Filmaufnahmen erlaubt. Inzwischen wird die Gedenkstätte am Unglücksort nach den Worten von Widera von einem Sozial-Unternehmen insoweit betreut, dass notwendige Reparaturen- und Aufräumarbeiten an der Gedenkstätte zeitnah ausgeführt und beseitigt werden können.

Der Verein Lopa2010, der mehrere der Verletzten oder Traumatisierten vertritt, erklärte unterdessen, er werde "in diesem Jahr keine Unterstützung bei der offiziellen Veranstaltung der Stadt anbieten". Kritik des Vereins Lopa2010 an der "Stiftung Duisburg 24.7.2010" wies Thiesbonenkamp zurück.

Bei den Vorwürfen sei pauschal von "Lügen" und "nicht eingehaltenen Versprechungen" die Rede, die aber nicht konkretisiert würden. Auch von einem "im Stich lassen" könne keine Rede sein. Thiesbonenkamp erklärte, es gebe Erwartungen, "die wir nicht unentwegt kommentieren können".

Notfallseelsorger stehen für Gespräche bereit

Die Loveparade-Stiftung hält unterdessen ihr Betreuungsangebot beim Düsseldorfer Strafprozess zum Unglück auf dem Technofestival weiterhin für notwendig. Pro Verhandlungstag führe er vier bis fünf Gespräche, sagte der Koordinator der Notfallseelsorge Duisburg, Diakon Richard Bannert, in Duisburg.

Es seien Gespräche etwa mit Wachtmeistern, Zuschauern, Zeugen, Nebenklägern oder auch Anwälten. "Ich erlebe, dass die Menschen teilweise immer noch sehr belastet sind." Der Prozess hole alles noch einmal hoch. Waren in den ersten Wochen des Verfahrens noch jeweils mindestens zwei Experten vor Ort, komme man mittlerweile mit einem aus, sagte Ulrike Stender vom Vorstand der Loveparade-Stiftung. Ein zweiter stünde aber bereit. Die Kosten für das Angebot trägt das Land.

(epd, dpa)

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