Zeugnisausgabe
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Schulseelsorger Burkhard Hofer mit einem Kommunionkind
Schulseelsorger Burkhard Hofer mit einem Kommunionkind
Keine Angst vor der Zeugnisübergabe
Keine Angst vor der Zeugnisübergabe

13.07.2018

Wie man mit der Zeugnisvergabe umgehen sollte "Man sollte das nicht so hoch hängen"

Vor dem Ferienbeginn in NRW an diesem Freitag steigt bei so manchem Schüler der Adrenalinspiegel – wegen der Zeugnisvergabe. Doch Angst sollte niemand haben, meint Schulseelsorger Hofer und rät zur Gelassenheit aller Beteiligten.

DOMRADIO.DE: Wie erleben Sie denn die Kinder den Tag der Zeugnisvergabe?

Burkhard Hofer (Schulseelsorger der erzbischöflichen Liebfrauen- und Domsingschule in Köln): Die Kinder sind schon aufgeregt und können sich natürlich auch gut einschätzen. Für viele wird das jetzt nicht so überraschend sein, was da auf dem Zeugnis steht. Interessant ist wie die ganze Schulgemeinde, also Lehrer, Eltern, Schüler mit dem Thema Zeugnisse umgehen.

Wir sollten das nicht so hoch hängen. Die Schule ist ja ein Ort der Menschwerdung, der jetzt zwar dem Schüler Wissen vermittelt - das ist ein wichtiger Teil von Schule -  und wo Leistungen erbracht müssen, aber das ist ja nicht alles. Der Schüler ist in dieser Schule nicht allein, sondern mit Klassenkameraden, mit Mitschülern mit Lehrern. Wir sind eine Schulgemeinde. Da geht es auch darum, eine soziale Kompetenz auszubilden, eine Haltung und Fähigkeiten. Und das ist eigentlich schade, dass diese Dinge gar nicht so auf dem Zeugnis erscheinen. Und die Gefahr ist, dass wir da nur die Fächer mit den Noten haben und diese Note den Schüler festlegt. So bist du.

DOMRADIO.DE: Das setzt ein Stempel. Wie stehen Sie denn zu der Idee, Schulnoten eventuell ganz abzuschaffen und stattdessen zum Beispiel zu Beurteilungen hinzugehen, die ein bisschen weiter gefasst sind?

Hofer: Es wäre sicher interessant, sich auch mal so eine Form von Zeugnis anzuschauen, weil da wirklich auch Entwicklungen eines Kindes besser beschrieben sind als in einer festgelegten Note. Auch Lehrern fällt es ja nicht leicht, eine Note zu geben. In einem Text kann ich vielleicht auch noch mal eher abwägen und das auch begründen.

DOMRADIO.DE: Ich erinnere mich sehr gut, Freunde von mir bekamen damals immer Geld für jede Eins oder Zwei, die auf dem Zeugnis stand. Ist das sinnvoll, gute Noten zu belohnen, schlechte zu bestrafen vielleicht auch?

Hofer: Bestrafen auf keinen Fall! Weil ich es ganz wichtig finde, dass Noten ein Teil einer schulischen Karriere sind. Aber sie machen einen ja nicht als Menschen aus. Ich sehe die Gefahr, wenn ich jetzt bestrafe, dass ich das Selbstbewusstsein des Kindes noch mehr herabsetze, dass ich nämlich dem Kind das Gefühl vermittle, es sei ein schlechter Mensch, weil es schlechte Noten hat. Das kann natürlich überhaupt nicht sein.

Wenn es um das Belohnen geht, sollte das maßvoll geschehen. Wenn ich entdecke, dass das Kind sich angestrengt hat, kann das aber auch eine Form sein, dem Kind eine Anerkennung zukommen zu lassen. Das muss nicht unbedingt Geld sein.

DOMRADIO.DE: Haben Sie noch weitere Tipps für Eltern?

Hofer: Ich rate immer zu Gelassenheit. Manchmal hilft auch, sich daran zu erinnern, wie es bei einem selbst war. Meine Tochter hat vorgestern das Zeugnis bekommen, da habe ich mein Zeugnis vom dritten Schuljahr rausgesucht. Das hat dazu geführt, dass wir beide gelacht haben, weil ich nämlich nicht besser war als meine Tochter. Das kann ich auch Eltern empfehlen, um die eigenen Erwartungen zu prüfen. Und um realistisch zu bleiben.

Bei schlechten Noten rate ich zu Trost. Man sollte dem Kind seine Unterstützung anbieten, immer das Gespräch suchen. Und dann kann man gemeinsam einen Plan zu entwickeln, wie man die Noten im nächsten Schuljahr verbessern könnte. Nicht zu vergessen: Erst einmal auf die guten Leistungen schauen und diese dann auch anerkennen und loben!

Das Interview führte Verena Tröster.

(DR)

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