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11.07.2018

Kölner Caritas-Initiative zum "Muntere die Einsamen auf Tag" Gemeinsam durch den Großstadtdschungel

Was tun, wenn die Nachbarschaft immer anonymer wird? Vor allem in Großstädten ist das ein wachsendes Phänomen. Der Caritasverband für die Stadt Köln engagiert sich mit Erfolg um Abhilfe – nicht nur an diesem "Muntere die Einsamen auf Tag".

DOMRADIO.DE: Seit 20 Jahren ist das Nachbarschaftsprojekt "Kölsch Hätz" des Caritasverbandes für die Stadt Köln aktiv. Eine Antwort auf das Zurückgehen stabiler, verlässlicher Beziehungen in der Nachbarschaft - mit großem Erfolg. Vier hauptamtliche Mitarbeiter und etwa 520 Ehrenamtliche sind mit dabei. "Kölsch Hätz", da geht es ums Herz, wie der Name schon sagt und darum, dass Nachbarn Nachbarn helfen. Wie genau tun Sie das?

Hermann Josef Roggendorf (Leiter der Nachbarschaftshilfe beim Caritasverband für die Stadt Köln): "Kölsch Hätz" ist in dieser Hinsicht eine Vermittler-Organisation. Wir helfen Nachbarn, mit Nachbarn zusammenzukommen. Das ist heute in unserer Stadt Köln nicht mehr so selbstverständlich. Wir sind aus vielen Ländern und Bundesländern hierhin zusammengezogen und so sieht man einander.

Aber man begegnet sich nicht und "Kölsch Hätz" hilft den Menschen, die sich engagieren wollen, Menschen zu finden, die ihre Hilfe brauchen. Ganz konkret, indem man miteinander eine Stunde erzählt, indem man miteinander spielt, indem man miteinander spazieren geht oder ein Stück die Stadt gemeinsam erobert. Oder dass man Menschen beim Einkaufen hilft, hilft zur Bank zu gehen - das, was sie aufgrund ihrer Immobilität manchmal nicht mehr so können.

DOMRADIO.DE: Die Menschen, die helfen, machen das ehrenamtlich. Das heißt: Die bekommen kein Geld dafür. Das Schöne ist, sie erfüllen dieses Ehrenamt ja tatsächlich über Jahre hinweg. Also muss es große Freude machen?

Roggendorf: Das ist so! Was ich bei unseren Ehrenamtlichen erlebe, ist, dass Sie sagen, die Menschen, denen wir begegnen, die geben uns ganz viel. Wir werden selber beschenkt durch die Begegnung. Gerade junge Menschen, die bei "Kölsch Hätz" tätig sind, Studenten aber auch Schüler und Schülerinnen, sind interessiert an den Geschichten, die ältere Menschen zu erzählen haben, weil sie ein volles, pralles Leben gelebt haben und das jetzt noch mal mit anderen teilen können. Da ist ein Geben und Nehmen.

DOMRADIO.DE: Wie groß ist denn dieses Thema Einsamkeit überhaupt? Wie wird man einsam? Ab wann würde man das Einsamkeit nennen, was man da fühlt?

Roggendorf: Das Problem einer Stadt wie Köln ist, wenn sie hier in die Haushalte gucken, dann haben sie über 50 Prozent Single-Haushalte und da ist Jung und Alt zusammen. Die einen können es ganz gut und gehen raus und finden sofort Kontakt, und es gibt Menschen, die finden nicht sofort Kontakt.

Schwierig ist es immer bei den älteren Menschen, die einen lieben Menschen verloren haben oder auch gesundheitliche Einschränkungen haben. Die haben es sehr schwer, anderen Menschen zu begegnen. Von da aus ist hier so eine kleine Brücke wie "Kölsch Hätz" nötig, um wieder Freude ins Leben zu bringen. Weil wir Menschen vermitteln, die dann einfach mit Lust und Freude zu den Menschen hingehen, was mit dem Menschen unternehmen.

DOMRADIO.DE: Wie kann man mitmachen bei Ihnen?

Roggendorf: Man kann mitmachen, indem man einfach sagt: "Ich habe Lust und Zeit, eine Stunde in der Woche oder eine Stunde im Monat". Dann kann man sich bei uns melden, bei einer der Koordinatorenstellen, die wir in der Stadt haben oder hier in der Zentrale in Köln-Ehrenfeld.

Wir schauen dann mit dem Ehrenamtlichen und der Ehrenamtlichen, wo denn so die Leidenschaft hingeht. In welche Richtung es geht. Wir vermitteln nicht einfach nach dem Bedarf der Menschen, die hier anfragen. Wir gucken einfach, was tut dem Ehrenamtlichen gut und das ist auch für uns in der Erfahrung der 20 Jahre die größte Garantie, dass Beziehungen, die wir dadurch schaffen, auch langfristig halten.

Das Interview führte Verena Tröster.

(DR)

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