Bundesversammlung der Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) 2018
Bundesversammlung der Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) 2018
kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil
kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil

11.06.2018

Katholische Frauengemeinschaft zieht Jahresbilanz Ein offener Ort für alle Frauen

"Weitermachen, aber mutiger werden": Der Bundesvorstand der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands zieht Bilanz seines ersten Amtsjahres. Man wolle weiterhin eine spirituelle Heimat geben und für den Nachwuchs attraktiv bleiben.

DOMRADIO.DE: Wir schauen direkt mal weiter nach vorne. Was sind die Schwerpunkte, die Sie für die nächsten Jahre gesetzt haben?

Mechthild Heil (Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands/kfd): Wir kommen aus drei guten Jahren, eigentlich schon aus 90 guten Jahren, aber in den letzten drei Jahren haben wir eine Mitglieder-Werbekampagne gemacht und damit 32.000 neue Mitglieder geworben. Wir sind zwar immer noch ein großer Verband mit fast 500.000 Mitgliedern, aber bei uns schlägt der demografische Wandel eben auch zu, sodass wir weniger werden. Und deswegen haben wir einen großen Fokus darauf gelegt, auch in Zukunft für Frauen und jüngere Frauen interessant zu bleiben, damit die sagen: "Ja, wir werden Mitglied bei der kfd".

DOMRADIO.DE: Wie wollen Sie dieses Interesse wecken? Derzeit haben ja fast alle Nachwuchsprobleme.

Heil: Das ist uns in den drei Jahren so gut gelungen, weil wir erst mal an uns selber gedacht und uns überlegt haben, was für uns denn wichtig ist und warum wir denn eigentlich in der kfd sind. Die Frauen, die dann für die kfd geworben haben, haben diese Fragen auch für sich beantwortet. Und wenn man das für sich weiß, kann man viel besser nach außen gehen und andere davon überzeugen.

DOMRADIO.DE: Was ist für Sie persönlich wichtig an der Arbeit in der kfd?

Heil: In der kfd sind mehrere Stränge wichtig. Das eine ist, dass wir vor Ort in der Kirche sind. Gerade wenn jetzt Gemeinden zugemacht, vergrößert oder zusammengelegt werden, wollen wir trotzdem vor Ort bleiben, gesellig, zum Austausch bereit und ein Stückchen spirituelle Heimat für unsere Frauen sein. Und dann wollen wir, weil wir so viele sind, auch gesellschaftspolitisch und kirchenpolitisch eine starke Stimme sein.

DOMRADIO.DE: Sie waren ganz aktiv in den Diözesanverbänden unterwegs. Welchen Eindruck haben Sie von der Zusammenarbeit mit dem Bundesverband?

Heil: Ohne die Diözesen, ohne die Verbände, ohne dass sie munter sind, sind wir im Bundesverband gar nichts. Wir brauchen eine gute Zusammenarbeit. Und ich frage auch immer: Wo liegt etwas im Argen? Kann man noch mehr tun? Wir, als Bundesgeschäftsstelle, sehen uns ja wirklich als Dienstleister. Und das scheint mir ganz gut zu funktionieren. Wir sind in einem guten Austausch. Da ist nicht immer alles perfekt, aber wo ist es das schon? Wir sind ein lernfähiges System und damit auf einem sehr guten Weg.

DOMRADIO.DE: In der Bilanz Ihres ersten Amtsjahres heißt es, sie wollen mutiger werden. Bei welchen Themen soll das passieren?

Heil: Es geht um die Frage unseres Frauenbildes. Wie sieht bei den verschiedenen Lebenswegen aus, die Frauen einschlagen – mit und ohne Kinder, verwitwet oder verheiratet. Wie gehen wir damit um? Und da sind wir einfach ein offener Ort. Wir sind stets im Austausch und auch eine Heimat für alle Frauen mit allen Lebensentwicklung und Lebensgeschichten.

DOMRADIO.DE: Was war für Sie denn ausschlaggebend zu sagen, ich möchte bei der kfd arbeiten, ich möchte eintreten?

Heil: Ich bin schon ganz lange Mitglied bei der kfd und als ganz junge Frau über meine Mutter geworben worden. Wenn Sie darauf anspielen, wieso ich jetzt Bundesvorsitzende bin, dann kommt das auch daher, dass ich den Verband schon so lange kenne und gesehen habe, dass das über ein ganzes Leben trägt.

Man hat als junge Frau vielleicht andere Anforderungen an so einen Verband, als wenn man älter ist – gerade mit kleinen Kindern oder mit großen Kindern oder überhaupt ohne Kinder oder alleinstehend. Das ändert sich im Laufe des Lebens, aber dass man eine Stelle hat, wo man den Glauben miteinander unter Frauen teilen kann, das hat mich immer schon fasziniert. Naja, und dann bin ich Rheinländerin. Das Gesellige an unserem Verband fand ich auch immer schon gut.

(DR)

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