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Musliminnen: Weniger Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt

06.06.2018

Afrikaner und Muslime werden bei Jobsuche benachteiligt Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt

Laut einer Studie variiert die ethnische Diskriminierung auf dem deutschen Arbeitsmarkt je nach Herkunftsland stark. Dies sei auch der Fall, wenn die Bewerber in Deutschland geboren seien, heißt es in einer aktuellen Studie.

In der am Mittwoch vorgestellten Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) heißt es, viele junge Menschen mit Migrationshintergrund hätten kaum Nachteile, wenn deren Eltern etwa aus europäischen oder ostasiatischen Ländern stammten. Dagegen seien die Chancen für Menschen mit Wurzeln in Afrika oder in muslimischen Ländern weitaus schlechter. Als Hauptgrund für ethnische Diskriminierung nennen die Autoren kulturelle Distanz, die zur Ablehnung führe. Ein Forscherteam des WZB untersuchte eigenen Angaben zufolge erstmals detailliert für 34 Herkunftsländer die Ursachen von Diskriminierung.

Fiktive Bewerbungen verschickt

In dem Feldexperiment verschickte ein Forscherteam nach eigenen Angaben von 2014 bis 2016 über 6.000 fiktive Bewerbungen für acht Ausbildungsberufe auf reale Stellenausschreibungen. Neben dem Herkunftsland der Eltern der Bewerberinnen und Bewerber - Deutschland oder eines von 34 anderen Ländern -, ihrem phänotypischem Erscheinungsbild - schwarz, weiß oder asiatisch - und ihrer Religionszugehörigkeit - keine Religion, christlich, muslimisch oder buddhistisch/hinduistisch - wurden weitere Merkmale der Bewerbungen variiert wie das Geschlecht oder der Notendurchschnitt.

Spanier bevorzugt

Während danach 60 Prozent aller Bewerber ohne Migrationshintergrund eine positive Rückmeldung erhielten, war dies nur bei 51 Prozent der Bewerber mit Migrationshintergrund der Fall - trotz gleicher Qualifikation. Die Analysen der WZB-Studie zeigten erstmals detailliert, dass Bewerber aus manchen Herkunftsländern erheblicher Arbeitsmarktdiskriminierung ausgesetzt seien, während sich die Chancen anderer Gruppen nicht wesentlich von denen der Bewerber ohne Migrationshintergrund unterschieden. Bewerber mit spanischen Wurzeln würden sogar bevorzugt behandelt.

Arbeitgeber stützten ihre Auswahlentscheidung weniger auf Leistungs- und Produktivitätsunterschiede zwischen Gruppen, sondern eher auf Kultur und Werte, die sie mit der Gruppenzugehörigkeit verbinden.

"Werte" der Bewerber entscheiden

Bewerber mit Migrationshintergrund würden nur dann benachteiligt, wenn die Werte der Menschen im Herkunftsland stark von denen der Deutschen abwichen. Bewerber, die aus Ländern mit Werten stammten, die den deutschen Durchschnittswerten ähnlich seien, würden dagegen kaum diskriminiert. Auch die Diskriminierung von Bewerbern mit einem schwarzen Phänotyp und von Muslimen lasse sich besser über Werteunterschiede als über Leistungsdifferenzen erklären.

Muslimische Bewerber und Bewerber mit schwarzer Hautfarbe erhielten sieben Prozent weniger positive Rückmeldungen auf ihre Bewerbungen im Vergleich zu weißen und christlichen Bewerbern. Dagegen gebe es keine Hinweise auf Diskriminierung von Menschen mit einem asiatischen Aussehen oder einer hinduistischen oder buddhistischen Religionszugehörigkeit.

(KNA)

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