18.04.2018

Eine geistliche Betrachtung zum Thema Frieden Im Herzen und in der Welt

Die meisten Menschen wünschen sich nichts sehnlicher als Frieden - in sich selbst, aber auch in der Welt. Auch der diesjährige Katholikentag greift die Friedenssehnsucht in seinem Motto "Suche Frieden" auf.

Frieden ist ein fragiles Gut, das kann man sehen, sobald man die Zeitung aufschlägt. Die meisten Nachrichten, die man dort lesen kann, haben offensichtlich damit zu tun, dass Menschen nicht mit sich oder anderen im Frieden sind und deswegen bestimmte Dinge tun. Einer hat Streit mit dem anderen und bringt ihn am Ende um. Ein Land muss dem anderen zeigen, dass es mächtiger ist und erhöht die Zölle.

Diese Beispiele zeigen, dass die Beteiligten auf unterschiedliche Weise im Unfrieden sind. Und dass es unter Umständen weitreichende Konsequenzen hat, wenn ein einzelner Mensch handelt, weil er im Unfrieden ist oder wenn er nicht froh ist. Natürlich ist das in erster Linie die Motivation, um überhaupt zu handeln. Wer satt und zufrieden ist, will ja in der Regel nichts ändern.

"Suche Frieden"

Martin Luther King, der vor 50 Jahren erschossen wurde, war nicht zufrieden mit den Umständen, unter denen schwarze Amerikaner leben mussten. Diese Unzufriedenheit trieb ihn an, sich für seine Mitmenschen einzusetzen, auch wenn er am Ende dafür sterben musste. Sein Wunsch war es jedoch, allen Menschen ein Leben in Frieden zu ermöglichen.

Martin Luther King war damit ein Mensch, der zwar eine gewisse Unruhe in sein Land brachte, aber gleichzeitig den Frieden suchte. Weil er mit friedlichen Mitteln dafür eintrat, dass alle Menschen gleich sind und nicht aufgrund ihres Aussehens und ihrer Herkunft diskriminiert werden. "Suche Frieden" lautet die Aufforderung in der Bibel, die in diesem Jahr auch das Motto des 101. Katholikentags in Münster ist.

Jede und jeder ist aufgefordert, sich für den Frieden einzusetzen. Und das beginnt mit der Erforschung der eigenen Seele. Bin ich zufrieden? Was macht mich unruhig? Wodurch ist mein Friede gestört?

Dem eigenen Herzen Frieden bringen

Manchmal sind es Gegebenheiten der Seele, die einen Menschen im Unfrieden sein lassen. Die schreckliche Amokfahrt von Münster hat genau das gezeigt: Ein Mensch, der, vielleicht auch aufgrund einer Krankheit, mit sich selber im Unfrieden ist, bringt zwei Menschen um, verletzte viele andere und tötet sich am Ende selber. Wie wichtig ist es also, zu schauen und daran zu arbeiten, was dem eigenen Herzen Frieden bringt.

Dann wiederum gibt es Gegebenheiten im Außen, die einen nicht im Frieden sein lassen. So wie bei Martin Luther King, der das Unrecht nicht länger ertragen konnte. Im Gegensatz zu den Vielen, von denen in der Zeitung zu lesen ist und die versuchen, sich auf zweifelhafte Weise Frieden zu verschaffen, zeigt das Beispiel des schwarzen Predigers, was es bedeutet, ein wirklicher Friedenssucher zu sein:

Dass es darauf ankommt, andere nicht beschädigen zu wollen. Dass man niemals Frieden schaffen und finden kann, wenn man die Mitmenschen nicht als Geschöpfe betrachtet, die von Gott genauso geliebt sind, wie man selber. Dass niemals Frieden werden kann, wenn man nur sich und den eigenen Vorteil im Blick hat.

Auswirkungen des eigenen Handelns

Immer und überall ist es nötig, sich zu fragen, welche Auswirkungen das eigene Handeln und Entscheiden hat, wenn es darum geht, den Frieden zu suchen. Wem es in erster Linie darum geht, dass es ihm gut geht, der kann langfristig nicht zufrieden sein, weil andere Menschen unter seinem Handeln leiden.

In unserer global vernetzten Welt wird schnell sichtbar, dass wir nicht alleine sind und dass die Menschheitsfamilie größer ist, als man auf den ersten Blick wahrnimmt. Wer also an einem wirklichen und dauerhaften Frieden interessiert ist, der kommt nicht umhin, sich zu fragen, was das eigene Handeln für die Menschen überall auf der Welt bedeutet.

Damit wird auch deutlich, dass es nicht leicht ist, den Frieden zu suchen und sich für den Frieden einzusetzen. Wie oft kann man selber merken, dass es noch nicht einmal möglich ist, Frieden im eigenen Herzen zu schaffen.

Allerdings braucht niemand entmutigt aufzugeben, denn Jesus Christus selber kommt als Auferstandener zu seinen Jüngern und sagt: "Friede sei mit euch." Er selber bringt den Frieden in die Welt und sendet zu Pfingsten den Heiligen Geist, der es allen Getauften möglich macht, den Frieden in die Welt zu bringen. Dass das nicht immer einfach ist, wussten schon die ersten Jünger. Aber wie Martin Luther King ließen sie sich auf die anspruchsvolle Aufgabe ein und fanden so den Frieden im Herzen.

Kerstin-Marie Berretz OP
(KNA)

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