Bericht: Spahn will Kliniken zu mehr Pflegepersonal zwingen
"Pflege ist mehr als ein Beruf"
Familienministerin Giffey besucht Pflegeheim
Familienministerin Giffey besucht Pflegeheim

31.03.2018

Bundesfamilienministerin Giffey besucht Caritas-Seniorenheim An der Pflegefront

In der Pflegebranche fehlen tausende Fachkräfte. Ein Thema, das die Bundespolitik schnell angehen will. Bundesfamilienministerin Giffey setzte bei dem Besuch eines Caritas-Seniorenheims erste Zeichen.

"Sie sind alle Goldstaub", sagt Franziska Giffey. "Denn von ihnen gibt es nicht sehr viele." Die neue SPD-Bundesfamilienministerin steht an einem Rednerpult im großen Saal des Veltener St. Elisabeth-Seniorenzentrums. An den Tischen vor ihr sitzen Bewohner, aber vor allem Auszubildende und Mitarbeiter.

Kurz nach der Übernahme ihres Amtes ist die 39-Jährige nach Brandenburg gefahren, um sich über die Situation der Mitarbeiter in der Pflege zu informieren. "Wenn man gute Politik machen will, beginnt das mit dem Betrachten der Wirklichkeit", sagt Giffey. "Dann muss man rausgehen und zuhören."

Pflegeausbildung modernisieren

Den Saal hat sie in Velten schnell auf ihrer Seite. Während Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) eher nüchtern referiert, bezieht Giffey ihre Zuhörer mit ein. Ihren Staatssekretär Stefan Zierke (SPD) lässt sie für eine kurze Begrüßung gar aufstehen: "Der ist ein Uckermärker, der kennt sich aus!" Brandenburg sei ja auch ihre persönliche Heimat, betont die aus Frankfurt (Oder) stammende Ministerin. "Ich finde es gut, wenn der städtische und der ländliche Raum verbunden sind."

Immerhin waren es auch Woidke und die Brandenburger SPD, die sich in Berlin dafür eingesetzt hatten, dass Giffey auf dem Ost-Ticket ins Bundeskabinett berufen wurde. Kurz vor der Bekanntgabe als Ministerin war die frühere Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Neukölln noch zu Gast auf einer Klausur der Brandenburger SPD. "Es war die richtige Entscheidung, schnell nach Brandenburg zu kommen", sagt Woidke.

Anschließend betonen beide SPD-Politiker, wie wichtig es ist, die Pflegeausbildung zu modernisieren. "Menschen zu pflegen ist ein verantwortungsvoller Beruf, der viel Wertschätzung und Anerkennung verdient", sagt Giffey. Ältere Menschen bräuchten ein gutes, sicheres und selbstbestimmtes Leben. Die Ministerin begrüßt, dass die Koalition das Schulgeld für Ausbildungen in der Pflege abschaffen will. Zudem sollen über ein Sofortprogramm 8.000 neue Fachkräfte eingestellt werden "Es braucht eine Aufwertung des Pflegeberufs."

Und auch Woidke bekräftigt, das Land stehe gerade im Pflegebereich vor "riesengroßen Herausforderungen". Man müsse deswegen über die Attraktivität des Pflegeberufs reden. "Die Menschen müssen angemessen und gut bezahlt werden", sagt Woidke. "Die Arbeitsbedingungen müssen gute Arbeitsbedingungen werden."

Pflegekräfte beklagen Überlastung

Dass diese Arbeitsbedingungen nicht immer gut sind, machen Pfleger und Pflegeschüler der Caritas im Gespräch mit den Politikern deutlich. "Ich wünsche mir mehr Zeit für die Bewohner", sagt etwa Roxy Hilprecht, die im dritten Lehrjahr im St. Elisabeth-Stift ausgebildet wird. "Nicht nur für die Grundpflege, sondern auch für den Aufbau von Beziehungen."

Und Eva Hentze, die im vergangenen Jahr ihre Abschlussprüfung als Pflegefachkraft bestanden hatte, erzählt: "Es sind alle überlastet, das ist einfach so in der Pflege." Es gebe zu wenig Zeit für die Bewohner. "Die Leute sterben, ohne dass sie uns ihre Geschichten erzählen konnten." Und auch in der Ausbildung käme mancher praktische Inhalt zu kurz, weil die Ausbilder oft selbst bis über den Kopf in Arbeit steckten.

Giffey, Zierke und Woidke hören den Pflegekräften aufmerksam zu. "Ich will die Chance nutzen, mich in der neuen Funktion um die Dinge kümmern zu können", sagt Giffey. "Denn das, was wir tun, muss am Ende auch bei den Menschen ankommen - und wenn das nicht geschieht, haben wir ein ernsthaftes Problem."

Benjamin Lassiwe
(KNA)

Sommeraktion: Meine Heimatkirche

Die Sommeraktion von DOMRADIO.DE: Wir suchen Ihre Heimatkirche. Laden Sie ein Bild hoch und erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

Messenger-Gemeinde

Tageskalender

Radioprogramm

 08.08.2020
06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Weihbischof Ansgar gratuliert uns zu unserem 20. Geburtstag
  • Kälte in Norwegen: Pater Antonius Sohler im Gespräch
  • Abkühlung für Tiere
10:15 - 10:20 Uhr

Alle Wetter!

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Give Live a Chance - Konzert
  • Weltkatzentag
  • Udo Lindenberg: mit Greenpeace gegen Billigfleisch
11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Give Live a Chance - Konzert
  • Weltkatzentag
  • Udo Lindenberg: mit Greenpeace gegen Billigfleisch
Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wichtig: Kein DAB+ mehr in NRW ab Juli

Leider sendet DOMRADIO ab Juli nicht mehr über DAB+ in NRW. Laden Sie sich doch unsere App herunter – kostenlos in den Stores. DOMRADIO hören Sie auch übers Internetradio, Smartspeaker, andere gängige Radio-Apps, in Köln auf UKW 101,7, in Berlin/Brandenburg über DAB+ und natürlich auf DOMRADIO.DE.

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…