Die Friedensfahne der Gemeinschaft Sant'Egidio
Die Friedensfahne der Gemeinschaft Sant'Egidio

11.02.2018

Politiker würdigen Einsatz der Gemeinschaft Sant'Egidio Ganze Welt im Blick

Vertreter aus Kirche und Politik haben das Engagement der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio gewürdigt. Die Welt brauche Menschen wie euch, dankte etwa Kardinalstaatssekretär Parolin der Gemeinschaft.

"Sie führen einen Befreiungskampf für die Würde des Menschen", sagte EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani bei einem Festgottesdienst am Samstagabend in der Kirche San Giovanni in Laterano in Rom. In ihrem Einsatz für Arme, Alte, Einsame und Flüchtlinge zeige Sant'Egidio, dass "jeder – auch der Schwächste – eine Ressource für unsere Gesellschaft ist".

Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit

Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni, dessen Grußwort mehrfach von Beifall unterbrochen wurde, lobte das Friedensengagement der Gemeinschaft und ihren Sinn für Gerechtigkeit. "Alle Italiener möchten euch danken", so Gentiloni in der randvoll gefüllten Lateranbasilika.

Der Stellvertreter des Papstes im Bistum Rom, Generalvikar Angelo De Donatis, würdigte die große Bedeutung für das Bistum Rom: "Ihr zeigt, dass Rom nicht nur eine Stadt der Postkarten ist, sondern aus Menschen besteht", so De Donatis.

Mit Begeisterung Gott verkündet

In seiner Predigt würdigte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin die Gemeinschaft mit den Worten: "Die globalisierte Welt braucht Menschen wie euch, die sich regional einsetzen und dabei die ganz Welt im Blick haben." Mit ihrem Einsatz seien die Mitglieder von Sant'Egidio Zeugen dafür, dass Gottes Liebe nirgends haltmache.

Wie Jesus auf Kranke und Ausgestoßene zugegangen sei, seien die katholischen Studenten seit der Gründung 1968 auf Menschen am Rand zugegangen. "Mit Begeisterung habt ihr verkündet, dass niemand von Gottes Liebe ausgeschlossen ist", so Parolin.

Bei Gott gibt es keine Fremde

Der Einsatz für alle sei ein wichtiges Anliegen von Sant'Egidio, bestätigte der Präsident der Gemeinschaft, Marco Impagliazzo. Für Gott sei niemand ein Fremder. Auch wenn der Einsatz für eine bessere Welt heute anders aussehe als in den Gründerjahren der Gemeinschaft, gelte nach wie vor der Appell des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) an die Jugend: "Kämpft gegen jede Form des Egoismus (...) Baut mit Begeisterung eine bessere Welt als die gegenwärtige!"

An dem Gottesdienst in der Lateranbasilika nahmen neben Gästen aus Politik und Diplomatie auch etliche Vertreter anderer Kirchen sowie Bischöfe und andere Gäste aus aller Welt teil. Zu ihnen gehörten aus Deutschland neben Kardinal Walter Kasper, dem früheren Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff und dem Osnabrücker Generalvikar Theo Paul auch der aus dem Bistum Hildesheim stammende ehemalige Bischof von Aliwal/Südafrika, Michael Wüstenberg. An dem Gottesdienst und anschließenden Fest im Innenhof der Basilika nahmen zudem Hunderte Senioren, Behinderte und Migranten teil.

(KNA)

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