Grabstätte für Sternenkinder
Grabstätte für Sternenkinder
Diakon Matthias Gill
Diakon Matthias Gill
Der Sternenkinderfriedhof der Gemeinde St. Pankratius
Der Sternenkinderfriedhof der Gemeinde St. Pankratius

22.10.2017

Kölner Gemeinde eröffnet katholischen Sternenkinder-Friedhof In Würde trauern

Die Kölner Sankt Pankratius-Gemeinde bekommt einen Friedhof für "Sternenkinder", also für Babys, die vor, während oder kurz nach ihrer Geburt versterben. Diakon Matthias Gill aus der Gemeinde erzählt domradio.de, wie es dazu kam. 

domradio.de: Warum gibt es diesen speziellen Friedhof für Sternenkinder?

Matthias Gill (Diakon der Gemeinde St. Pankratius): Vor einigen Jahren war ich als Seelsorger damit konfrontiert, dass es immer mehr Familien gab, die über das Thema Sternenkinder auch mit Seelsorgern sprachen. Wir haben uns mit dem Thema befasst und uns wurde bewusst, dass es bei uns in der Pfarrei keinen Ort gibt, wo Eltern ihre verstorbenen Kinder betrauern können. 

domradio.de: Warum haben Sie den Friedhof gerade jetzt errichtet?

Gill: Im Februar 2013 erlaubte der Gesetzgeber, dass Sternenkinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt versterben und weniger als 500 Gramm wiegen auch in das Personenstandregister aufgenommen und damit beerdigt werden können. Zu diesem Zeitpunkt stand unser Friedhof kurz vor der Renovierung. Es bildete sich eine Projektgruppe aus Gemeindemitgliedern und Betroffenen, die diese Gelegenheit nutzen wollten, um einen Sternenkinder-Friedhof zu integrieren.

domradio.de: Sie haben mit betroffenen Eltern zu tun gehabt. Wie kann diesen so ein Friedhof helfen?

Gill: Wir wissen psychologisch, dass ein Ort, an dem man trauern kann, bei der Verarbeitung hilft. Wir wissen auch spirituell, dass unsere Verstorbenen nicht irgendwo im Nirwana verschwinden, sondern dass sie gut aufgehoben sind bei Gott. Wir  Menschen sind ortsgebunden.

Deshalb war es für uns wichtig, einen Ort einzurichten, wo Menschen unterschiedlicher Betroffenheit trauern können -ob sie ihr Kind dort beerdigt haben oder nicht; ob sie katholisch, evangelisch oder muslimisch sind- und wo sie spüren, dass sie von unserer Gemeinde angenommen sind. Das ist ja ein Projekt, dass nicht wir Hauptverantwortlichen oder der Kirchenvortsand von oben angeordnet haben, sondern wo die Betroffenen selbst um einen Ort gebeten haben, an dem sie trauern können.

domradio.de: Sie hatten Unterstützung, unter anderem von Hannelore Bartscherer, der Vorsitzenden des Katholikenausschusses in der Stadt Köln.

Gill: Ja, Frau Bartscherer hat sehr eindrücklich darüber gesprochen, warum ihr das Thema ein Herzensanliegen ist; warum die Würde des Menschen gerade am Anfang besonders geschützt werden muss, gerade wenn es um verstorbene Kinder geht.

Wir spüren, dass es nicht immer einfach ist, mit dem Thema umzugehen und die Gemeinde möchte -gemeinsam mit Hannelore Bartscherer und dem Katholikenausschuss- das Thema Sternenkinder stärker in die Öffentlichkeit tragen. Das machen wir mit dem Sternenkinder-Friedhof.

domradio.de: Der Friedhof wird am 12. November eröffnet. Was machen Sie an diesem Tag?

Gill: Wir freuen uns, dass wir unseren Stadtdechanten Monsignore Kleine gewinnen konnten, mit uns eine Andacht zu feiern. Wir laden alle Menschen ein, mit uns diesen Sternenkinder-Friedhof zu eröffnen, gemeinsam zum Friedhof zu gehen und ihn einzusegnen.

Das Gespräch führte Martin Mölder.

(DR)

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