Arbeitslosigkeit
Arbeitslosigkeit

16.10.2017

Wohlfahrtspflege pocht auf mehr Unterstützung von Langzeitarbeitslosen Geförderte Arbeitsvermittlung

Wohlfahrtsverbände in Nordrhein-Westfalen fordern mehr politisches Engagement für Langzeitarbeitslose. Eine geförderte Beschäftigung sei besonders gut für diejenigen, die nicht unmittelbar auf den Arbeitsmarkt vermittelt werden könnten.

Die Arbeitsgemeinschaft von Arbeiterwohlfahrt, Caritas, dem Paritätischen, dem Deutschen Roten Kreuz, der Diakonie und der Jüdischen Gemeinden appellierte an die Landesregierung, Programme wie "Öffentlich geförderte Beschäftigung NRW" auszuweiten und weiterzuentwickeln, etwa durch eine Öffnung auch für private Arbeitgeber. "Das Einschmelzen öffentlich geförderter Beschäftigung ist für die Freie Wohlfahrtspflege der falsche Weg", erklärte der Vorsitzende Andreas Johnsen am Montag in Köln.

Seit 2009 sei die Zahl solcher Maßnahmen von durchschnittlich 66.831 auf zuletzt 28.793 geschrumpft. Zugleich verfestige sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen auf hohem Niveau. Abbruchzahlen bei Förderprogrammen seien vor allem ein Beleg dafür, dass die Ausgestaltung der Programme an der Zielgruppe vorbeigehe, erklärte die Arbeitsgemeinschaft.

Förderaktivitäten sollen allen offenstehen

Die in den vergangenen Jahren stark gesunkene Teilnehmerzahl an Förderprogrammen des Landes und auch des Bundes spiegele keineswegs sinkende Zahlen von Langzeitarbeitslosen wider, mahnte die Freie Wohlfahrtspflege. Knapp 771.000 Menschen seien in NRW auf Hartz IV angewiesen, hieß es. Doch nur weniger als die Hälfte von ihnen - rund 296.000 - tauchten in den offiziellen Statistiken auf.

Der Grund sei, dass Langzeitarbeitslose ihre Arbeitslosigkeit offiziell unterbrechen, sobald sie an einer Arbeitsmaßnahme teilnehmen. Im Anschluss seien sie meist zunächst wieder nur ganz normal arbeitslos und kämen laut Gesetz für öffentlich geförderte Beschäftigung somit nicht infrage. Die Wohlfahrtspflege fordertet eine Änderung dieser Regelung. Solche Förderaktivitäten sollten grundsätzlich allen Menschen mit Hartz-IV-Bezug offenstehen, so die Sozialverbände.

Geförderte Beschäftigung statt Arbeitslosengeld

Lange Arbeitslosigkeit führe zu Armut, Ausgrenzung und Vereinsamung, erklärte der Caritasdirektor im Erzbistum Köln, Frank Johannes Hensel. "Verbunden mit Coaching und beruflicher Qualifizierung ist öffentlich geförderte Beschäftigung ein wirksames Förderinstrument." Gerade für Menschen, die nicht unmittelbar auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden könnten, biete ein geförderter Arbeitsplatz wichtige Chancen, erläuterte auch der Caritasdirektor im Bistum Münster, Heinz-Josef Kessmann.

Geeignete Arbeitsplätze sollten möglichst bei allen Arbeitgebern erschlossen werden. Zur Finanzierung sollte das eingesparte Arbeitslosengeld mit eingesetzt werden.

Aufbau von Sozialunternehmen

Die Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in NRW schlägt einen Aufbau von Sozialunternehmen nach dem Vorbild der Integrationsprojekte für Behinderte vor. Auf diese Weise könnte Beschäftigung für Langzeitarbeitslose mit psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen entstehen, die am konventionellen Arbeitsmarkt kaum Chancen hätten, hieß es.

(KNA, epd)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Das neue Bischofsquartett

Endlich: Die aktualisierte neue Auflage des Bestsellers ist da! Ab sofort ist das neue Bischofsquartett bestellbar.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 18.06.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • DOMRADIO-Blickpunkt: Wie Kindern die Eucharistie erklären
  • Jüdisches Leben in Köln - Israel-Tag feiert Städtepartnerschaft
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff