Erdbeben in Ischia (Italien): Mehrere Menschen sterben
Erdbeben in Ischia (Italien): Mehrere Menschen sterben

22.08.2017

Erdbeben in Ischia fordert mehrere Menschenleben Von Kirchentrümmern erschlagen

Bei einem Erdbeben auf der italienischen Insel Ischia sind mehrere Menschen gestorben. Eine Frau wurde von Trümmern einer Kirche erschlagen, laut Bischof Pietro Lagnese war sie Mitglied des Pfarrgemeinderats.

Nach dem Erdbeben auf der italienischen Insel Ischia mit mindestens zwei Toten und bisher mehr als 35 Verletzten beschreibt der dortige Bischof die Lage als verheerend. Bischof Pietro Lagnese bestätigte am Dienstag den Einsturz einer Kirche in Casamicciola, bei dem eine Frau ums Leben kam. Es handele sich um ein Mitglied des Pfarrgemeinderats, das neben der Kirche parkte und von einer einstürzenden Kirchenmauer getroffen wurde, sagte er dem italienischen Pressedienst SIR. Ein Großteil der "Chiesa del Purgatorio" sei zerstört, berichtete der Bischof; zudem mehrere Häuser. Viele Touristen verließen die Insel. Die Rettungsarbeiten laufen; zuletzt konnten einige Kinder lebend geborgen werden.

Am Montagabend gegen 21 Uhr hatte ein Erdbeben der Stärke 4,0 die italienische Insel erschüttert, besonders stark wirkte es sich in der Gemeinde Casamicciola aus. Der Bischof war laut eigenen Angaben sofort ins Erdbebengebiet gereist, um den Menschen dort zur Seite zu stehen. Auch die Italienische Bischofskonferenz versicherte am Dienstag ihre Solidarität und sagte Hilfe zu. Die waldensische und methodistische Kirche drückte den Opfern ebenfalls ihre Anteilnahme aus und versicherte sie ihrer Gebete.

Nach Medienberichten wurden sieben Mitglieder einer Familie verschüttet. Während die Erwachsenen, unter ihnen die Eltern, kurz nach Beginn der Rettungsarbeiten geborgen wurden, gestaltete sich die Bergung der drei Kinder schwierig. Nach mehreren Stunden gelang es den Helfern, ein sieben Monate altes Baby lebend zu bergen. Unter dem Applaus der Helfer und Umstehenden wurde das Kind seiner Mutter übergeben. Anschließend bemühte sich die Retter fieberhaft, zu den beiden verschütteten Brüdern des kleinen Pasquale vorzudringen. Die Altersangaben zu den beiden variierten.

"Alles wackelte"

Besonders betroffen waren die Orte Casamicciola und Lacco Ameno. Fotos zeigten eingestürzte Häuser und Menschen auf der Straße. Touristen und Bewohner seien in Panik nach draußen gelaufen, berichteten italienische Medien. Auch sollen mancherorts der Strom ausgefallen und Hotels geräumt worden sein. Der Zivilschutz berief ein Sondertreffen ein. Ein Krankenhaus auf der Insel wurde evakuiert. Bewohner erzählten, sie würden die Nacht im Freien verbringen. Für sie wurde im Ort ein Fußballstadion geöffnet.

Die Behörden stellten noch in der Nacht im Hafen von Ischia und in Casamicciola drei Fähren bereit, um verschreckten Urlaubern und Besuchern ein Verlassen der Insel zu ermöglichen. Die erste Fähre in Richtung Neapel legte in den frühen Morgenstunden ab. "Es hat alles angefangen zu wackeln, alles ist heruntergefallen (...). Häuser sind eingestürzt. Es gibt Vermisste, ein Chaos", erzählte eine Augenzeugin laut Nachrichtenagentur Ansa. "Es ist das Schlimmste, was mir je passiert ist."

Die Urlaubsinsel der Kanzlerin

Die Feuerwehr teilte mit, Gebäude seien eingestürzt und beschädigt worden. "Es war sehr stark und sehr furchterregend. Ich habe gehört, dass Menschen gestorben sind", sagte die Gemeinderätin Donatella Migliaccio der Deutschen Presse-Agentur. Schiffe und Hubschrauber wurden bereitgestellt, um Verletzte ans Festland zu bringen.   

Die Insel vulkanischen Ursprungs ist vor allem im Sommer sehr beliebt bei Urlaubern. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht dort regelmäßig Osterurlaub.  Die Insel liegt in der Nähe der Phlegräischen Felder, die zu den weltweit wenigen Dutzend sogenannten Supervulkanen zählen. Im Jahr 1883 kamen bei einem Beben auf Ischia rund 2300 Menschen ums Leben. 

Italien wird immer wieder von teils verheerenden Erdbeben heimgesucht. Vor fast genau einem Jahr, am 24. August, erschütterte ein schweres Beben die mittelitalienische Region um die Stadt Amatrice. 299 Menschen starben.

(dpa)

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