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Erzbischof Ludwig Schick
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19.08.2017

Welttag der Humanitären Hilfe zum Engagement in Krisengebieten Das Unmögliche möglich machen

Tom schenkt Babys das Leben, und Gul hilft versehrten Frauen - doch nicht im Problembezirk in Berlin oder im Pott, sondern im Sudan und Afghanistan. Der Welttag der Humanitären Hilfe an diesem Samstag würdigt ihren Einsatz.

Sie helfen den Menschen zu überleben und riskieren dabei selbst ihr Leben - 160 humanitäre Helfer starben in den vergangenen eineinhalb Jahren bei ihrem Einsatz in den Krisengebieten der Erde. Am Welttag der Humanitären Hilfe an diesem Samstag soll ihrer gedacht und das Engagement der tausenden Helfer gewürdigt werden.

Wachsende Gefährdung für Helfer

Das Bündnis "Aktion Deutschland Hilft" weist auf eine wachsende Gefährdung für solche Helfer hin. Seit Januar 2016 seien über 400 Helfer weltweit von Angriffen betroffen gewesen. Die Übergriffe reichten von körperlichen Attacken, Vergewaltigungen, Entführungen und Schießereien bis hin zu Bombardierungen.

"Es darf nicht sein, dass humanitäre Helfer unverschuldet Ziel von Gewalt werden", fordert Vorstand Manuela Roßbach. Im März seien sechs Helfer der Vereinten Nationen im Südsudan aus dem Hinterhalt überfallen und erschossen worden.

Bomben auf Krankenhaus

Der Amerikaner Tom Cantena kennt die Gefahr; der Mediziner arbeitet in den Nubabergen im Süden des Sudan. Auch sein Krankenhaus wurde bereits bombardiert. Er versorgt Zivilisten, die durch Kampfhandlungen verletzt wurden und bringt Babys zur Welt. Für seinen Mut hat er im Frühjahr den Aurora-Preis zur Förderung der Menschlichkeit erhalten.

Der katholische Weltkirche-Bischof Ludwig Schick, der in diesen Tagen die Zentralafrikanischen Republik besucht, erinnert an das Engagement und den beherzten Dienst vieler Organisationen wie den Maltesern, Caritas international oder Misereor. "Mein Dank gilt im Besonderen den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die manchmal bis zur Erschöpfung tätig sind. Ihre Zeugnisse der Nächstenliebe sollten uns alle inspirieren", betont der Bamberger Erzbischof.

Kristina Rauland-Yambre ist im Taunus aufgewachsen. Ihre Kindheit sei unbeschwert gewesen: "Ich fand es ungerecht, dass Menschen nicht die gleichen Möglichkeiten im Leben haben, nur weil sie an unterschiedlichen Orten geboren sind." Mittlerweile lebt sie seit über zehn Jahren in Burkina Faso, wo sie als Landeskoordinatorin für die Organisation Help im Einsatz ist. Ein Motto hat sie geprägt: "Alles kann möglich werden, selbst was unmöglich scheint."

130 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen

Erdbeben, Tsunamis und Hungersnöte: Weltweit sind laut UN mehr als 130 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Wer im Notfall helfen will, sollte sich im Einsatzland gut auskennen. Deswegen ist laut Aktion Deutschland Hilft das Wissen lokaler Partner entscheidend. Viele der Helfer seien früher selbst von Naturkatastrophen und Krisen betroffen.

Dazu zählt auch Ali Sandeed: Er ist syrischer Flüchtling und Projektleiter bei einer Partnerorganisation von Care im Libanon. "Ich wurde als palästinensischer Flüchtling geboren und vor mehr als fünf Jahren zum zweiten Mal Flüchtling", sagt er. Mit seiner Familie floh Sandeed vor dem Krieg in Syrien in den Libanon. "Dort begann ich, anderen Flüchtlingen zu helfen. Sie brauchten mich und ihr Lächeln und Dank waren mein Antrieb. Jeden Morgen stand ich auf, um als Freiwilliger zu arbeiten."

Doch die Arbeit belastet ihn auch. "Irgendwann hielt ich das Leid der Menschen um mich herum nicht mehr aus. Ihre Trauer, ihre zerstörten Hoffnungen und Träume nahmen mir die Luft zum Atmen", so Sandeed, der daraufhin seine Flucht plante. Doch nach langen Diskussion habe er sich dagegen entschieden, auf ein Schlepperboot zu steigen. "Ich habe nicht aufgegeben, sondern leite das Projekt und bilde andere Freiwillige aus."

UN ruft Welttag der Humanitären Hilfe ins Leben

Der Welttag der Humanitären Hilfe geht auf den 19. August 2003 zurück. Damals starben den Angaben zufolge 22 humanitäre Helfer bei einem tödlichen Bombenanschlag auf das Hauptquartier der Vereinten Nationen in Bagdad. 2009 riefen die Vereinten Nationen den Tag ins Leben, um jene zu ehren, die unter Einsatz ihres Lebens arbeiteten.

Afghanistan ist eines der am stärksten verminten Länder der Welt, etwa 100.000 Menschen benötigen eine orthopädische Behandlung. "Ich sah die vielen Verletzten in unserem Land", erzählt Gul Makai Siawash, Direktorin der Kabul Orthopädie Organisation. Vor allem Frauen hätten es schwer gehabt. "Viele wollten nicht zu männlichen Ärzten gehen. Oder aber männliche Mediziner lehnten die Behandlung ab." Nun bildeten sie versehrte und arme Frauen in Orthopädietechnik aus und vermittelten ihnen so mehr Selbstvertrauen.

Rainer Nolte
(KNA)

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