Georg Cremer
Georg Cremer

11.07.2017

Früherer Caritas-Chef fordert mehr Armutsprävention "Kein Untergang für Deutschland"

Eine Podiumsdiskussion zum Thema "Wie arm ist Deutschland wirklich?" brachte auf den Punkt, wer die Bedürftigen sind. Dennoch kann laut Volkswirtschaftler Georg Cremer nicht von einem Untergang Deutschlands die Rede sein.

Der frühere Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes, Georg Cremer fordert von der Sozialpolitik mehr Prävention gegen Armut. Auf der Podiumsdiskussion zum Thema "Wie arm ist Deutschland wirklich?" in Neuss am Montagabend sagte Cremer, zur Armutsbekämpfung sei ein "befähigender Sozialstaat" erforderlich.

Zugleich bestritt der Volkswirtschaftler, dass das Armutsrisiko der Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahren gestiegen sei.

Arm nicht gleich arm

Es sei Fakt, dass in der Bundesrepublik etwa zwölf Millionen Menschen als arm oder von Armut bedroht gelten, sagte Cremer. Von denjenigen, die laut gängiger Definition als arm gelten und demnach mit einem verfügbaren Betrag zwischen 940 und 1.050 Euro pro Monat auskommen müssten, seien allerdings längst nicht alle arm. "Die Situation in Deutschland wird nicht immer schlimmer. Dieser Untergangsdiskurs spielt nur den Populisten in die Hände", betonte der Experte.

Notwendig sind nach Cremers Auffassung unterschiedliche Hilfen etwa für Langzeitarbeitslose und arme Alte. Die Hartz-IV-Sätze seien zu niedrig und "auf Kante genäht". Bei Rentenbeziehern sprach er von einer "Gerechtigkeitslücke", die geschlossen werden müsse. Es könne nicht angehen, trotz langjähriger Arbeit im Alter nur auf eine Rente unterhalb der Grundsicherung zu kommen.

Armut hält sich

Auch der Frankfurter Sozialwissenschaftler Patrick Sachweh sprach sich in Neuss für eine "armutsfeste Grundsicherung im Alter" aus. Für den Leiter des Projekts "Ungleichheitsdeutungen und Gerechtigkeitsorientierungen in Deutschland" der Deutschen Forschungsgemeinschaft ist vor allem die Verstetigung von Armut das Problem.

Soziale Kontakte würden reduziert, auch die Einbindung ins soziale Umfeld gehe vielfach verloren. Dies sei "bedenklich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt", warnte Sachweh.

(epd)

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