Laternenumzug zu Sankt Martin
Laternenumzug zu Sankt Martin

21.06.2017

Initiative für rheinische Martinsbräuche als Kulturerbe "Das ist Heimat pur"

Zwei Rheinländer haben ein großes gemeinsames Ziel: Sie wollen die dortigen Martinsbräuche als UNESCO-Kulturerbe anerkennen lassen. Wie es dazu kam und was für die Bewerbung nötig ist, erklärt Mitinitiator Rene Bongartz.

domradio.de: Wie sind Sie denn darauf gekommen, die Martinsbräuche als Kulturerbe vorzuschlagen?

Rene Bongartz (Mitinitiator der Aktion für rheinischen Martinsbrauch als UNESCO-Kulturerbe): In der Tat bezieht sich diese Initiative auf Deutschland und man beantragt dies zunächst im eigenen Bundesland. Wir sind auf diese Idee gekommen, weil mein Mitstreiter Jeya Caniceus der ausschlaggebende Punkt war. Der sprach mich im Jahr 2013 schon an und sagte, es gebe die Möglichkeit, Traditionen und Bräuche zum UNESCO-Kulturerbe erklären zu lassen und das wäre doch etwas für Sankt Martin. Da war ich direkt Feuer und Flamme, denn ich engagiere mich zu Sankt Martin seit Kindertagen und bin da immer noch dabei. So haben wir zueinander gefunden und so verfolgen wir jetzt konsequent das Ziel. Im Jahr 2013 reichte die Zeit dafür leider nicht mehr aus, denn da bestand die Bewerbungsfrist nur noch für zwei Wochen.

domradio.de: Was ist denn aus Ihrer Sicht an den Martinsbräuchen so toll, dass sie es verdienen Kulturerbe zu werden?

Bongartz: Die Martinsbräuche sind sicher die wohl bodenständigste Tradition, die wir hier haben und die in jedem Dorf, in jedem Ort und in jeder Generation zu Hause ist. Sie wird von allen Menschen gefeiert und alle können sich damit identifizieren. Das ist Rheinland pur und für uns ist das Heimat pur.

domradio.de: Was passiert denn an Sankt Martin im Rheinland?

Bongartz: Das genau gilt es auch bei dieser Bewerbung zu definieren. Wir konnten jetzt durch viele Telefonate mit Martinsvereinen- und Komitees schon einigermaßen gut herausarbeiten, dass es wohl einen Hauptstrang der Tradition gibt, wie sie überall stattfindet. Das ist der reitende Martin, entweder als römischer Soldat oder als Bischof vorweg vor einem Fackel- oder Laternenzug, der sich durch den Ort oder das Dorf zu einem Feuer hin bewegt, wo dann die Mantelteilung nachgespielt wird. Überall gehört auch das Verteilen milder Gaben in Form von Süßigkeiten, Obst oder dem Weckmann an die Kinder dazu.

domradio.de: Bis zum 30. Oktober haben Sie nun mit Ihrer Bewerbung noch Zeit. Auf welche Unterstützung hoffen Sie bis dahin noch?

Bongartz: Die Unterstützung wird von den Martinsvereinen- und Komitees kommen. Wir haben zu einem großen Treffen - vermutlich dem ersten großen Treffen dieser Art in der weit über hundertjährigen Geschichte - eingeladen. Das wird Mitte September in Brüggen-Bracht stattfinden, wo wir dann gemeinsam mit den Vereinen - und das werden mit Sicherheit über 100 Vereine sein, die sich daran beteiligen - genau herausarbeiten wollen, wie sich die Martinstradition im Rheinland exakt darstellt. Wir wollen schauen, was es für lokale Besonderheiten neben dem traditionellen Hauptstrang gibt. Daraus muss dann der Text für die Bewerbung geformt werden. Dazu gehören darüber hinaus zwei fachkundliche Begleitschreiben, für die wir auch schon Autoren gewinnen konnten. Letztendlich gehören dazu auch Bilder, die die Tradition, die beworben werden soll, genauestens darstellt. Dieses gesammelte Material müssen wir schließlich fristgerecht einreichen.

domradio.de: Was würde es denn eigentlich bringen, wenn die Martinsbräuche Kulturerbe werden? Gibt es dann Geld zur Bewahrung der Tradition oder was hätte man dann davon?

Bongartz: Geld gibt es definitiv nicht. Es gibt zunächst - wenn wir das schaffen - den Titel des Kulturerbes. Damit ist Wertschätzung verbunden. Wertschätzung, die eine Rolle spielt, wenn es darum geht diese Umzüge zu organisieren. Es ist in den letzten Jahren ein Thema gewesen, dass die Ordnungskräfte wie Polizei und Ordnungsämter gesagt haben, so viele Martinszüge in Schulen und Kindergärten und die ganzen Traditionszüge bekomme man gar nicht organisiert und den Straßenverkehr gar nicht geschützt und man müsse dafür nun bezahlen. Ich denke, wenn wir den Status des Kulturerbes erreichen, wird es für viele Martinszüge hilfreich sein. Denn die können dann sagen, dass man hier etwas ganz besonders habe und das solle entsprechend wertgeschätzt werden. Zum Zweiten ist es auch ein Abgrenzen gegenüber kommerzialisierten Formen des Feierns, wie beispielsweise des immer stärker gewordenen Halloween, das im Grunde genommen viele Aspekte der Martinstradition aufgreift, es nur eben kommerzialisiert. Da bleibt dann von dem eigentlichen bodenständigen Fest wenig übrig.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(DR)

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