Persönlicher Kontakt in der Altenpflege
Persönlicher Kontakt in der Altenpflege

21.06.2017

Caritasverband Mettmann vermittelt Flüchtlinge in Altenpflege Einstieg mit Hürden

Viele Altenheime und ambulante Pflegedienste suchen händeringend nach Fachkräften - Flüchtlinge suchen dringend nach Jobs.  Die Integrationsagentur des Caritasverbandes Mettmann versucht beide Parteien zusammen zu bringen. Ein domradio.de-Interview. 

domradio.de: Zunächst mal: Warum ist es doch etwas komplizierter, Geflüchtete im Pflegebereich Jobs zu vermitteln als zum Beispiel in der Gastronomie? 

Martin Sahler (Integrationsagentur des Caritasverbandes Mettmann): Im Pflegebereich haben wir mit Menschen zu tun - es handelt sich also um einen kommunikativen Job. Zudem dreht sich vielfach alles um ältere Menschen und da ist die deutsche Sprache ein entscheidender Schlüssel zur Kommunikation.

domradio.de: Das klingt einleuchtend. Während ich die Gläser auch so spülen kann, muss ich mich in der Altenpflege verständlich machen. Was bieten Sie da an?

Sahler: Wir bieten einen Qualifizierungskurs zum Alltagsbegleiter an – als Einstieg in diese Tätigkeit und um sich selbst zu prüfen, ob das was für einen ist. Zuwanderer und Geflüchtete finden das häufig sehr unverständlich, wie wir das in Deutschland handhaben – dass wir Angehörige in die Pflege von anderen geben. Das kennen sie nicht. Verwandte werden stattdessen im Familienkreis bis zum Lebensende betreut und gepflegt.

domradio.de: Das heißt, es geht erstmal darum, den Menschen klarzumachen, dass wir Leute brauchen, die ältere Menschen pflegen. Und da fängt ihre Arbeit an?

Sahler: Genau. Da wollen wir die Menschen einmal mit Praktika heranführen. Aber der andere Weg - den wir auch in jedem Fall brauchen - ist die Qualifizierung. Und da gibt es weitere Hürden in Deutschland. Der Ausbildungsbereich ist streng reglementiert. Und gerade in der Pflege müssen Schulabschlüsse nachgewiesen werden. Und die bringen geflüchtete Menschen oft nicht mit.

domradio.de: Und wenn sie die haben, haben sie vielleicht oft nicht die Papiere. Auch dabei helfen Sie?

Sahler: Ja, da gucken wir, was möglich ist und was wir den Menschen anbieten können. Und da versuchen wir über den Alltagsbegleiter einen Weg zu ebnen, das die Menschen sich zum einen mit der Thematik der Pflege beschäftigen und das Arbeitsfeld kennen lernen und auf der anderen Seite versuchen wir eine Qualifizierungskette zu schaffen. Wer sich als Alltagsbegleiter qualifiziert hat und in dem Bereich gerne arbeiten möchte,  dem helfen wir dabei, in den Altenpflegehelfer-Beruf einzusteigen – und darüber in die qualifizierte Pflege zu kommen. Denn für die qualifizierte Pflege braucht man den Realschulabschluss.

domradio.de: Sie haben ein Pilotprojekt zu dieser Qualifizierungskette gestartet. Wer hat da mitgemacht?

Sahler: Zum einen Flüchtlinge aus unterschiedlichen Länder, zum Beispiel aus dem Iran und dem Irak, aus Syrien, Eritrea, Bangladesch, Georgien und Afghanistan. Das Katholische Bildungswerk ist Qualifizierungsträger. Mittel der Europäischen Union finanzieren das Ganze - über das Projekt "Chance Plus".

domradio.de: Wenn ich von all diesen Menschen höre, denke ich unwillkürlich an junge Menschen.

Sahler: Wir haben keine jungen Menschen im Fokus, sondern Menschen, die in der Regel schon in ihrer Heimat in irgendeiner Form gearbeitet haben oder Familie mitbringen. Unsere Teilnehmer sind zwischen 25 und 40 Jahre alt.

domradio.de: Und wo können diese Menschen Praktikum machen?

Sahler: Wir suchen Praktikumsstellen überwiegend im stationären Bereich, also in Altenheimen. Sie könnten auch in Krankenhäusern oder ambulanten Pflegediensten Praktikum machen, aber in Altenheimen ist es deutlich einfacher. Dafür motivieren wir im Moment katholische Einrichtungen im Rahmen der Aktion "Neue Nachbarn". 

Das Gespräch führte Uta Vorbrodt. 

Dieses Interview ist Teil der domradio.de-Themenwoche "Neue Nachbarn: Wie Integration gelingt". Weitere Geschichten und Informationen finden Sie hier.  

(dr)

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