In der Stadt Enugu im ehemaligen Biafra
In der Stadt Enugu im ehemaligen Biafra

29.05.2017

Menschenrechtler warnen vor neuer Gewalt in Nigeria Unklare Lage in Biafra

Menschenrechtler warnen vor einer Eskalation im Südosten von Nigeria. Die vermehrte Gewalt sei "eine direkte Folge von 50 Jahren Tabuisierung des Völkermords in Biafra", sagt Ulrich Delius von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV).

Nigerias Staatsführung gestehe bis heute nicht ein, dass die Biafra-Frage weiterhin ungelöst sei, so der Afrika-Experte Delius von der GfbV am Montag in Göttingen. Am 30. Mai 1967 hatte sich Biafra - eine Region im Südosten Nigerias, in der vorwiegend Igbos leben - für unabhängig erklärt. Dies war der Beginn eines zweieinhalbjährigen Bürgerkriegs mit mehreren Millionen Toten. 1970 wurde Biafra wieder in Nigeria eingegliedert.

Laut einem Report der GfbV sind seit August 2015 180 Unterstützer von Pro-Biafra-Bewegungen erschossen und 1.244 Biafra-Aktivisten festgenommen worden. Das brutale Vorgehen von Polizei und Armee sei "einer Demokratie nicht würdig", kritisierte Delius. Es verstoße zudem gegen die Verfassung, in der Pro-Biafra-Organisationen das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit garantiert werde.

Wegen des Klimawandels verschärfter Streit

Zugleich setze die nigerianische Regierung seit Herbst 2015 "auf eine Strategie der Kriminalisierung von Biafra-Aktivisten". Geschürt werde die Gewalt im Land zudem durch den Konflikt zwischen muslimischen Fulani-Nomaden und überwiegend christlichen Bauern.

Diese Jahrzehnte alte Auseinandersetzung verschärft sich laut GfbV durch den Klimawandel, "weil immer mehr Hirten auf der Suche nach Weideland für ihre Herden auch im christlich geprägten Biafra einfallen, Bauern ermorden und ihre Felder zerstören". Dieser lange unterschätzte Konflikt hat der Organisation zufolge im Jahr 2016 mehr Menschenleben gekostet als die Attacken der Terrormiliz Boko Haram.

(KNA, dr)

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