Rote Schleife ist das Symbol des Kampfes gegen AIDS
Rote Schleife ist das Symbol des Kampfes gegen AIDS
Pfarrer Stefan Hippler
Pfarrer Stefan Hippler

07.05.2017

Pfarrer und AIDS-Aktivist zur Medikamentenforschung gegen HIV "Vielversprechende Entwicklung"

Wenn Börsenkurse plötzlich in die Höhe schießen, lässt das aufhorchen. So geschehen diese Woche an der Pariser Börse bei einem kleinen Biotechunternehmen, das an der Heilung von AIDS forscht. Ein wirklicher Durchbruch im Kampf gegen HIV?

domradio.de: Es heißt, das Biotechunternehmen Abivax könnte womöglich den Schlüssel dafür gefunden haben, dass die Infektionskrankheit AIDS eines Tages dauerhaft zurückgedrängt werden kann. Das Unternehmen hat gerade einmal 25 Mitarbeiter. Die Geschichte klingt insgesamt noch undurchsichtig und skurril. Kann das denn alles wahr sein?

Stefan Hippler (AIDS-Aktivist und katholischer Pfarrer in Südafrika): Das klingt skurril, ist aber nicht so skurril. Diese kleine Firma schaut auf virale Erkrankungen und speziell auf HIV. Sie hat nun ein Mittel namens ABX464 gefunden, was sozusagen in die Zelle eingreift und versucht, die Vermehrung des HI-Virus zu blockieren, ohne dass es zu sonstigen Nebenwirkungen kommt. Es scheint zu funktionieren. Es gab eine kleine Studie mit 30 Menschen. Dort hat man gemerkt, dass sich speziell die Viren, die sozusagen "schliefen", nicht weiter vermehren konnten. Das heißt, man hat nicht unbedingt eine Impfung gefunden, sondern eine neue Art, HIV zu bekämpfen, die sehr vielversprechend ist.

domradio.de: Da müssten Sie als AIDS-Aktivist und Mensch, der mit HIV-Infizierten direkt zu tun hat, eigentlich jubeln, wenn so eine Meldung kommt. Oder geht man da eher mit Vorsicht ran?

Hippler: Man geht damit sehr vorsichtig um, weil es sich um die Phasen eins und zwei der Versuche handelt. Das heißt, man müsste erst einmal - und das wird im Jahr 2018 passieren - einen großen Versuch mit vielen Menschen machen, um zu sehen, ob das wirklich etwas ist, das Substanz hat und auf Dauer Menschen hilft und den Virus dauerhaft in Schach hält. Mich persönlich wundert, dass die Börse so sehr das Prinzip Hoffnung trägt. Dass die Hoffnung auf ein solches Mittel in Geld messbar ist, ist für mich faszinierend. Für uns AIDS-Aktivisten ist zudem faszinierend, dass weiter geforscht wird, dass es kleine Institute gibt, die versuchen, eine Lösung für das Problem zu finden.

domradio.de: Es gibt gefühlt nun alle paar Monate die Schlagzeile, dass es einen großen Durchbruch im Kampf gegen AIDS gibt. Im Einzelnen gibt es aber noch keine abschließenden Heilungserfolge, die man sich erhofft. Aber es zeigt dennoch einen Grundtrend. Sind Sie denn hoffnungsvoll, dass es in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten dauerhaft zu einer Zurückdrängung des Virus kommen kann?

Hippler: Ich bin überzeugt, dass es zu einer Zurückdrängung des Virus kommt. Wenn man Länder sieht, in denen wirklich jeder behandelt wird, der HIV-positiv ist, kann man merken, dass der Erfolg groß ist. Behandlung ist im Endeffekt der neue Trend. Wenn dieses neue Medikament, was da entwickelt wird, dazu beiträgt, Behandlungen besser und intensiver zu machen, dann gehen wir in die Richtung der Eindämmung von HIV.

domradio.de: Ist denn dieses Medikament, sollte es die erwünschte und erhoffte Wirkung erzielen, nicht dann aus finanzieller Sicht wieder eher etwas für die Industrienationen, wohingegen ein Land wie Südafrika in die Röhre guckt und es dort womöglich nicht so schnell ankommt?

Hippler: Das ist wie bei jedem guten Medikament. Wenn es einmal auf dem Markt ist, ist es viel zu teuer, und es dauert dann noch einmal fünf bis zehn Jahre, bis es auch in den ärmeren Ländern wie Südafrika vorhanden ist. Von daher heißt es für uns: So weitermachen, wie bisher. Aber die Hoffnung geben wir nicht auf.

Das Interview führe Renardo Schlegelmilch.

(dr)

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