Eine Pflegerin im Gespräch mit einer Bewohnerin im Altenheim
Eine Pflegerin im Gespräch mit einer Bewohnerin im Altenheim
Pflegeroboter für Schlaganfall-Patienten
Pflegeroboter für Schlaganfall-Patienten

24.03.2017

Digitalisierung in Pflegeheime und Kliniken Pflege 4.0

Alle Bereiche des Lebens werden digitalisiert - auch, wenn es um Gesundheit und Pflege geht. Roboter, die Patienten aus dem Bett helfen oder ihnen das Essen servieren, könnten in Zukunft eingesetzt werden. Doch es tauchen auch viele Fragen auf.

Roboter, die Patienten ins Krankenhausbett hieven, das Essen servieren oder Schlaganfallpatienten beim Gehtraining unterstützen. Kuschelroboter wie die in Japan entwickelte Robbe Paro, die Demenzkranke emotional anregen sollen - alles das ist keine Science Fiction mehr.

Unter dem Schlagwort "Pflege 4.0" verändern Digitalisierung und intelligente Technik das Gesundheitswesen. Welche Auswirkungen das hat, wird auch beim am Donnerstag in Berlin eröffneten Deutschen Pflegetag diskutiert. Technikbegeisterung auf der einen, Horrorszenarien einer emotionslosen Pflege durch Maschinen auf der anderen Seite: Die technischen Innovationen werfen neue ethische und rechtliche Fragen auf.

Privatsphäre und Selbstbestimmung

Es geht um Haftungsfragen und Datensicherheit, aber auch um das Recht der Pflegebedürftigen auf Privatsphäre und Selbstbestimmung. Die Hoffnung ist, mit dem Einsatz von Technik Zeit- und Personalressourcen zu gewinnen und so den sich abzeichnenden Pflegenotstand abzufedern. Genau so gut könnte die Technik aber den Vorwand liefern, Pflegepersonal einzusparen.

Auch wenn die Deutschen als eher technik-skeptisch gelten: Die Digitalisierung hält bereits jetzt Einzug in Krankenhäuser und Altenheime. Vieles ist weit weniger spektakulär als die viel diskutierten Roboter. Digitale Armbänder etwa, mit denen Senioren im Notfall unkompliziert um Hilfe rufen können. Mit Sensoren versehene Matten, die Stürze melden. Weglaufschutzsysteme, die mit Hilfe von GPS verhindern, dass Demenzkranke verloren gehen. Medizinische Messgeräte, die täglich EKG, Blutdruck und andere wichtige Daten an den behandelnden Arzt übertragen. Angeboten werden auch Bewegungstrainer oder Systeme, die Diabetespatienten beim Abnehmen helfen.

Birgit Michels-Rieß hat schon drei Jahre lang positive Erfahrungen mit der Digitalisierung gemacht. Sie ist Einrichtungsleiterin des Breipohls Hofs, einer modernen Pflegeeinrichtung im Bielefelder Stadtbezirk Senne, die ganz bewusst innovative Technologien in Pflege und Betreuung einsetzt. Von der digitalen Technik, davon zeigt sich die Leiterin beim Pflegetag überzeugt, profitieren die Bewohner genau so wie die Mitarbeitenden.

Vernetzte Patientenzimmer

Maria Frieß ist weit über 80 Jahre alt und eine von 80 vollstationären Bewohnern der Einrichtung, die zu den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel gehört. Lachend sitzt die gehbehinderte, aber ansonsten quicklebendige alte Dame in ihrem Sessel. Auf dem Schoß hält sie ein Gerät, mit dem sie jederzeit auf ihrem Fernsehgerät eine Skype-Verbindung zu ihrem Sohn und dessen Familie in den USA herstellen kann.

Smart-TV und ein Systemtelefon in jedem Wohnraum, über Funk schaltbarer individuell programmierbarer Sonnenschutz, Bewegungsmelder hinter dem Bett und im Badezimmer. Steht zum Beispiel ein sturzgefährdeter Bewohner aus seinem Bett auf oder kehrt nach einer festgelegten Zeit nicht von der Toilette zurück, so löst das einen Alarm aus.

"Für die Integration von Assistenztechnologien in Pflege und Betreuung ist wichtig, dass sich Systeme unauffällig in das Wohnumfeld einfügen und abhängig vom jeweiligen Unterstützungsbedarf einsetzbar sind", unterstreicht die Einrichtungsleiterin.

Entlastung des Personals

Den Verdacht, der Einsatz von Technik vermindere die persönliche Zuwendung, weist Michels-Rieß zurück. Das Personal werde entlastet, weil die geforderte Pflegedokumentation erstmals auf einem mobilen Endgerät durchgeführt werden könne. Die Technik sorge auch für mehr Sicherheit. Denn wenn die Nachtwache wisse, wann der Bewohner aufstehe und sich womöglich selbst gefährde, müsse sie nicht permanent in Alarmstimmung sein. Mit Blick auf Überwachungssysteme wie Bewegungsmelder und Weglaufschutz betont sie, pflegebedürftige Menschen müssten individuell unterstützt werden, ohne dass die Selbstbestimmung des Einzelnen eingeschränkt werde.

Christoph Arens
(KNA)

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