Zwei Polizisten in der Nähe des britischen Parlaments in London
Zwei Polizisten in der Nähe des britischen Parlaments in London

23.03.2017

Attacken in London lösen Bestürzung aus "Hass darf nicht die Antwort sein"

Religionsvertreter und Spitzenpolitiker haben mit Bestürzung auf die tödlichen Attacken in London reagiert. Papst Franziskus schrieb in einem Telegramm, er sei tief betrübt und bete für die Opfer und ihre Familien.

Papst Franziskus hat seine Trauer um die Opfer des Terroranschlags im Londoner Regierungsviertel bekundet. Er sei tief betrübt über die Toten und Verletzten und bete für sie und ihre Familien, heißt es in einem am Donnerstag vom Vatikan veröffentlichten Telegramm an den Erzbischof von Westminster, Kardinal Vincent Nichols. Er ist Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales. Der Papst stehe der Nation in seinen Gebeten bei und bitte um göttliche Stärkung und Frieden für die trauernden Familien, so das von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnete Schreiben.

Rat der britischen Muslime geschockt

"In diesen Stunden sind wir Deutsche dem britischen Volk in besonderer Weise verbunden", erklärte der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Mittwochabend in Berlin. Ähnlich äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die katholische Kirche in England und Wales sowie die Diözese London teilten mit, dass ihre Gedanken und Gebete bei den Betroffenen seien.

Der Rat der britischen Muslime zeigte sich geschockt und verurteilte den Angriff im Londoner Regierungsviertel. Medienberichten zufolge waren am Nachmittag dabei mindestens 20 Menschen verletzt worden. Die Polizei wird mit Angaben über mindestens 4 Tote zitiert. Die Ermittler gingen den Berichten zufolge am Abend von einem Terrorakt aus.

Steinmeier erklärte weiter: "Die Nachrichten über den mörderischen Angriff in London erschüttern mich." In Gedanken sei er bei den Opfern und Verletzten und "bei denen, die um einen nahen Menschen trauern oder fürchten". Ihnen gelte Mitgefühl.

Anteilnahme und Solidarität

Merkel (CDU) erklärte, sie habe mit Bestürzung "von den Angriffen auf Polizisten und Passanten im britischen Parlament und in dessen Nähe erfahren". Sie denke "in diesen Stunden in Anteilnahme und Solidarität an unsere britischen Freunde und an alle Menschen in London". Ihre Gedanken seien vor allem bei den Verletzten, denen sie Genesung wünsche.

Die Kanzlerin ergänzte: "Auch wenn der Hintergrund dieser Taten noch präzise aufzuklären ist, bekräftige ich für Deutschland und seine Bürger: Im Kampf gegen jede Form von Terrorismus stehen wir fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens."

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) erklärte, dass die Sicherheitsbehörden in engem Kontakt mit ihren britischen Kollegen stünden. Auch er warnte vor voreiligen Schlüssen: "Noch ist nicht abschließend geklärt, welches Motiv der brutalen Tat zu Grunde lag. Vieles spricht für einen terroristischen Hintergrund. In jedem Fall stehen wir in dieser schweren Stunde in engster Solidarität an der Seite unserer britischen Freunde."

"Ein Anschlag auf uns alle"

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) zeigte sich erschüttert. "Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass dieses Attentat in der Nähe des britischen Parlaments ausgeführt wurde und damit auch gezeigt werden sollte, dass man das Herz unserer Demokratien angreifen wollte. Deshalb ist das ein Anschlag auf uns alle." Er rief zu Solidarität und Mitgefühl auf.

Auch der hannoversche Landesbischof Ralf Meister drückte der Kirche von England nach dem Anschlag sein Beileid aus. "In schmerzlicher Anteilnahme sind wir mit Eurem Land verbunden", betonte Meister in einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben an den Bischof von Leeds, Nick Baines: "Das Gedenken für die Opfer des feigen Terroranschlags in London und die Bitte um Tröstung für die Angehörigen verbinden uns eng mit der Church of England." Meister und Baines sind Co-Vorsitzende der gemeinsamen Meißen Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Church of England.

"Den Tätern die Angst verweigern"

Es bleibe eine gemeinsame Herausforderung, den terroristischen Angreifern zu widerstehen, die sich in schändlicher Weise auf die Religion des Islam beriefen, erläuterte Meister. Die Kirchen seien aufgefordert, für Demokratie und Freiheit zu kämpfen. "Nicht die Rache regiert unser Handeln, nicht der Hass darf unsere Antwort sein. Wir verweigern den Tätern unsere Angst und leben aus der Gnade Gottes für eine versöhnte Gesellschaft."

(KNA, epd)

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