Historisches Tor ist wieder zurück in Dachau
Historisches Tor ist wieder zurück in Dachau

22.02.2017

KZ-Gedenkstätte Dachau hat gestohlenes Eingangstor wieder Zentrales Symbol zurück

Das vor gut zwei Jahren gestohlene historische Eingangstor der KZ-Gedenkstätte Dachau ist am Mittwoch zurückgekehrt. Das rund 100 Kilogramm schwere Tor mit der Aufschrift "Arbeit macht frei" war Anfang November 2014 entwendet worden.

Im vergangenen Dezember wurde es in der norwegischen Stadt Bergen von der Polizei sichergestellt. Nach einer Restaurierung soll es künftig in der Dauerausstellung gezeigt werden. Am Eingang des ehemaligen Lagers war es nach dem Diebstahl durch eine Replik ersetzt worden.

Zurück am authentischen Ort

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) nannte die Rückkehr einen "wichtigen historischen Moment". Nun werde den Besuchern am authentischen Ort wieder ermöglicht, dieses Tor mit seiner dramatischen Symbolik zu erleben. Mit seiner "perversen" Aufschrift habe es für die Erniedrigung jedes einzelnen Menschen und weiter Teile der Gesellschaft durch die NS-Diktatur gestanden.

Weiter kündigte der Minister an, dass die Erinnerungsarbeit aktiv fortgesetzt werde. "Das gehört zu den staatspolitischen Kernaufgaben." Dazu verpflichte das "nie wieder", die Grundlosung der Gründungsmütter und Gründungsväter der Bundesrepublik mit Blick auf das Unrechtsregime des Dritten Reiches.

Dank an Norwegen

Spaenle dankte dem norwegischen Kunstministerium für die Rückgabe und den Transport. Der Diebstahl war laut Gedenkstätte der "erste und schwerste Angriff" auf den historischen Gebäudebestand der Einrichtung. Mit ihm sei ein zentrales Symbol des Leidensweges der KZ-Häftlinge geschändet worden. Diese mussten das Tor mit der bekannten Aufschrift in einer Lagerwerkstatt schmieden. Die Inschrift "Arbeit macht frei" wurde nach Kriegsende entfernt. Anlässlich der Eröffnung der Gedenkstätte 1965 wurde der Schriftzug rekonstruiert.

In Dachau errichteten die Nationalsozialisten bereits kurz nach ihrer Machtübernahme 1933 das erste deutsche Konzentrationslager, das zum Muster für weitere wurde. Die Zahl der Todesopfer in dem KZ wird auf weit über 30.000 geschätzt.

(KNA)

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