Andrang bei Tafeln immer größer
Immer mehr Menschen auf Unterstützung angewiesen

20.02.2017

Tafeln fordern Sofort-Maßnahmen gegen Armut Zu wenig Hilfe vom Staat?

Zum Tag der sozialen Gerechtigkeit an diesem Montag hat der Bundesverband Deutsche Tafel von der Politik Sofortmaßnahmen gegen die wachsende Armut im Land gefordert. Die Zahl von armutsbetroffenen Menschen nehme immer weiter zu.

Das monierte der Vorsitzende des Bundesverbandes, Jochen Brühl, in Berlin. "Viele Bürger müssen neben staatlichen Hilfsleistungen die unmittelbare Unterstützung von Ehrenamtsorganisationen wie den Tafeln in Anspruch nehmen." Während die deutsche Wirtschaft floriere, blieben die Einkommen der meisten Beschäftigten weit hinter der Entwicklung der Gewinne und Vermögen zurück, betonte Brühl.

Staatsinvestitionen nötig

In einem solidarischen Deutschland müssten zudem die Entwicklungschancen gerecht verteilt werden, so der Tafel-Chef weiter. Nötig seien Staatsinvestitionen in die Bildung von Kindern, armutsfeste Mindestrenten und in Leistungen zur Existenzsicherung wie beispielsweise die Erhöhung der Hartz IV-Sätze. Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten müssten gefördert werden, um insbesondere Jugendarbeitslosigkeit zu reduzieren.

Den Angaben zufolge sammeln rund 60.000 Ehrenamtliche bei bundesweit mehr als 900 gemeinnützigen Tafeln einwandfreie überschüssige Lebensmittel von Herstellern und Händlern und verteilen diese regelmäßig an bis zu 1,5 Millionen Bedürftige.

(epd)

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