Flüchtlinge in der Kälte
Flüchtlinge in der Kälte

12.01.2017

Caritas entsetzt über Flüchtlingslage auf der Balkanroute Flüchtlinge sterben an Unterkühlung

In der EU sind nach Angaben der Hilfsorganisation Help Refugees UK in den vergangenen Wochen drei Migranten aufgrund von Unterkühlung gestorben. Caritas-Präsident Peter Neher sprach von einer "unerträglichen" und "dramatischen Situation".

Der Mitgründer der Organisation, Josie Naughton, sagte am Mittwoch im nordgriechischen Thessaloniki, dass die Situation vermeidbar gewesen wäre. Er forderte Regierungen und große internationale Organisationen auf, ihre Bürokratie zu überdenken und das Geld dort auszugeben, wo es gebraucht wird, um weitere Todesfälle zu verhindern.

Dringend politische Lösung gesucht

Die Direktorin von Caritas Europa für humanitäre Fragen, Silvia Sinibaldi, zeigte sich besorgt über die Lage von Migranten auf der Balkanroute. "In Griechenland, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina und Serbien leben die Menschen unter prekären Bedingungen bei Schnee und niedrigen Temperaturen", so Sinibaldi. Die Ressourcen müssten dorthin, wo sie am meisten gebraucht werden.

Der deutsche Caritas-Präsident Peter Neher sagte, man dürfe die 60.000 "gestrandeten" Flüchtlinge nicht vergessen. Es brauche "dringend eine politische Lösung".

Help Refugees UK zufolge starb vergangene Woche ein Afghane in Nordgriechenland aufgrund von Unterkühlung. Im Südosten Bulgariens seien die Körper von zwei Irakern gefunden worden. Der britische Nachrichtensender BBC berichtet, die beiden seien wegen der eisigen Temperaturen gestorben. Wetterberichten zufolge sollen die Temperaturen Ende der Woche in Nordgriechenland auf bis zu minus 10 Grad, in Serbien und Ungarn bis zu minus 15 Grad sinken.

Trotz Minusgraden im Zelt

Auf der griechischen Insel Lesbos, wo 5.800 Asylsuchende leben, übernachten den Angaben zufolge viele trotz Schnees in Zelten, darunter auch zahlreiche Minderjährige. Unter ähnlichen Bedingungen leben laut Help Refugees UK 2.000 Migranten in Belgrad. Serbiens Regierung habe der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen nicht erlaubt, winterfeste Lager aufzubauen. In Ungarn lebten die Menschen in Camps ohne Wärmedämmung.

In Paris warf die Organisation Ärzte ohne Grenzen der Polizei vor, Migranten die Decken weggenommen zu haben. Man habe dort acht Menschen, die kurz vor einer Unterkühlung standen, versorgen müssen.

(KNA)

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