Frauen mit Rosenkränzen
Frauen mit Rosenkränzen
Saskia Bellem, Pressesprecherin des kfd-Bundesverbandes
Saskia Bellem, Pressesprecherin des kfd-Bundesverbandes

30.12.2016

Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands resümiert das Jahr 2016 "Frauen sind nicht nur für den Blumenschmuck zuständig"

Die kfd setzt sich für mehr Gleichberechtigung der Frauen ein.  Im Jahr 2016 gab es viele gesellschafts- aber auch kirchenpolitische Erfolge. Im Interview fasst die Pressesprecherin, Saskia Bellem, die wichtigsten Etappen zusammen. 

domradio.de: Wenn ich sage 500.000 Mitgliederinnen hat die kfd. Inwieweit hat das  auch mit dem zurückliegenden Jahr zu tun?

Saskia Bellem (Pressesprecherin des kfd-Bundesverbandes): Wir können mit großer Freude auf das letzte Jahr zurückblicken. Wir haben 2015 mit dem Jahresbeginn eine dreijährige Mitgliederwerbekampagne gestartet, die heißt: "Frauen.Macht.Zukunft." Wir haben das erste Jahr 2015 genutzt, um die Kampagne zu etablieren und zu säen. Jetzt können wir langsam ernten. Wir haben tatsächlich seit Beginn der Kampagne und vor allem im Jahr 2016 insgesamt 25.000 neue Mitglieder in ganz Deutschland gewinnen können. Das ist ein großer Erfolg. Was wir auch den Diözesanverbänden zu verdanken haben, die das bei sich vor Ort umsetzen. Wir hoffen, dass das 2017 noch ein paar mehr werden.

domradio.de: Es hat in Köln im Juni ein Zukunftstag von der kfd gegeben, vom Diözesanverband in Köln. Da wurde unter anderem auch Gerechtigkeit für Frauen im Beruf, in der Altersvorsorge und in der Kirche gefordert. Eigentlich sind das Sachen, die jede Frau unterschreiben würde. Was ist denn das Besondere an der kfd?

Bellem: Das Besondere ist für mich, dass bei uns jede Frau einen Platz hat. Jede Frau wird bei uns Themen finden, die ihre Lebenswirklichkeit betreffen, sei es jetzt im Bereich Pflege, Rente, Kindererziehung oder gleicher Verdienst. Das Besondere bei uns ist natürlich das "k" in unserem Namen. Wir sind ein katholischer Frauenverband und das spiegelt sich in vielen Dingen, die wir tun, wider. Es ist auch ein gezieltes Anliegen von uns neben den gesellschaftspolitischen Themen, zu schauen, wie erfahren Frauen Gerechtigkeit in der Kirche.

domradio.de: Auch kirchenpolitisch war in diesem Kontext 2016 einiges los oder?

Bellem: Für uns war ein großer positiver Aufreger, als Papst Franziskus zu Jahresbeginn in Aussicht gestellt hat, dass er eine Kommission einrichten wird, die prüfen soll, ob es ein Diakonat für die Frau geben kann. Wir bei der kfd waren natürlich alle einer Meinung, dass wir uns sehr über diesen ersten Schritt freuen. Damit lehnt sich Franziskus für einen Papst doch weit aus dem Fenster. Natürlich versuchen wir, allein schon, um auch große Enttäuschungen zu vermeiden, den Ball erst einmal flach zu halten. Nichtsdestotrotz war das ein großer Schritt und wir hoffen jetzt, dass das Diakonat für Frauen auch kommen wird. Dieses Thema liegt unseren Mitgliedern auch sehr am Herzen, denn Frauen in der Kirche sind nicht nur für den Blumenschmuck zuständig, sondern für so viele andere, auch diakonische Dinge tätig. Es wäre einfach an der Zeit, wenn diese Dienste dadurch auch offiziell gemacht würden.

domradio.de: Wenn wir auf die Ökumene zurückschauen, war die bei der kfd auch 2016 ein großes Thema.

Bellem: Die kfd ist Mitglied im Christinnenrat. Das ist ein deutschlandweiter ökumenischer Zusammenschluss und wir haben im Mai, bei der großen kfd-Bundesversammlung beschlossen, dass die Ökumene ein wichtiges Thema für uns werden soll. Es wurde ein Positionspapier dazu verabschiedet. Deswegen werden wir uns gerade auch mit Hinblick auf das 500. Reformationsgedenken des Themas noch mehr annehmen. Mit dem Christinnenrat  haben wir dazu auch ein Projekt initiiert. Das ist ein onlinebasiertes Fotoprojekt, bei dem Frauen sich gratis ein Plakat runterladen können, auf dem steht: "Eine frauengerechte Kirche ist für mich, wenn..." Diesen Satz kann man dann vervollständigen und man kann ein Foto mit diesem Plakat vor einer Kirche machen. Schirmherrin des Projekts ist Margot Käßmann.

domradio.de: In welchen gesellschaftspolitischen Themen war die kfd 2106 besonders involviert?

Bellem: Ein Thema, was uns seit vielen Jahren immer wieder begleitet, ist die Entgeltgleichheit oder auch Lohngerechtigkeit. Man sieht jedes Jahr rund um den 17. und 18. März, am sogenannten "Equal Pay Day", übersetzt heißt das "am Tag für gleiche Bezahlung", viele kfd-Frauen im Einsatz. Der "Equal Pay Day" markiert denjenigen Tag im Jahr, bis zu dem Frauen über das Jahresende hinaus weiter arbeiten müssen, bis sie genauso viel verdient haben wie die Männer. Nächstes Jahr ist das der 18. März, dort werden wir auch wieder tätig sein und entsprechendes Material zur Verfügung stellen.

domradio.de: Sie machen also auch Lobbyarbeit in Berlin?

Bellem: Wir haben gute Kontakte zu den entscheidenden Ministerien. Bundesministerin Nahles ist zum Beispiel Mitglied in der kfd. Wir haben uns auch für das Lohngerechtigkeitsgesetz von Ministerin Schwesig stark gemacht. Das sieht dann so aus, dass wir zum Beispiel an Gremien vor Ort teilnehmen. Wir haben uns deswegen auch so gefreut, dass sich die Koalition auf ein Lohngerechtigkeitsgesetz geeinigt hat, das vorsieht, dass Unternehmen ab einer Zahl von 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Auskunft über die Verdienstmöglichkeiten geben müssen. Wir sind  der Meinung, dass  nur durch diese Transparenz eine Gerechtigkeit mittelfristig erreicht werden kann.

domradio.de: In Sachen Gesetze hat sich die kfd 2016 auch mit dem Pflegegesetz beschäftigt. Inwiefern?

Bellem: Also wir setzen uns ganz klar dafür ein, dass die sogenannte Flexi-Rente auch für pflegende Angehörige gilt. Bedeutet: Wenn ich in die Rente gehe, aber darüber hinaus noch Angehörige pflege, was sehr oft Teil der Lebenswirklichkeit von unseren Mitgliedern ist, dass diese Pflegetätigkeit mir ermöglicht, dass ich Rentenansprüche über die Rente hinaus bekomme. Das ist in dem vorliegenden Gesetzesentwurf noch nicht mit aufgegriffen worden.

domradio.de: Blicken wir schon einmal auf das kommende Jahr. Da steht ein Jubiläum bei der Mitgliederzeitschrift an.

Bellem: In der Tat. Unsere Mitgliederzeitschrift "Frau und Mutter" feiert 2017 ihren 100. Jahrgang. Gegründet wurde sie 1909, aber der 100. Jahrgang erklärt sich dadurch, dass während des Nationalsozialismus die Zeitschrift verboten wurde. Jede der elf Ausgaben enthält ein Grußwort einer prominenten Persönlichkeit. In der Januarausgabe macht unsere Bundeskanzlerin den Auftakt und im September feiern wir dann ein großes Jubiläum in Düsseldorf.

Das Gespräch führte Uta Vorbrodt.

(dr)

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