Weihbischof Puff: Aktion ist angesichts zunehmender Wahlmüdigkeit "eine genial wichtige Idee"
Weihbischof Ansgar Puff begleitet Obdachlose

15.11.2016

Weihbischof Puff erinnert an Schutzlosigkeit von Obdachlosen "Brutaler Schock"

Nach dem gewaltsamen Tod eines Obdachlosen in Köln hat auch Weihbischof Ansgar Puff seine Bestürzung ausgedrückt. Er sei dankbar für die Obdachlosenseelsorger, sagte er in seinem Impuls auf Facebook.

Die Nachricht vom Tod des 29-Jährigen Obdachlosen in Köln sei ein "brutaler Schock" gewesen, sagte Weihbischof Ansgar Puff am Dienstag in seinem Video-Impuls auf Facebook. "Sicherlich muss die Polizei jetzt einiges herausfinden, aber eines ist doch klar: Wie schutzlos das Leben für die Menschen auf der Straße ist und wie gefährdet sie sind." Er sei sehr dankbar, dass die Obdachlosenseelsorger gerade in diesen Stunden unterwegs seien in der Szene und den Obdachlosen, die so geschockt und verunsichert seien, zuhörten und für sie beteten.

"Darum möchte ich Euch auch bitten: Betet mit mir für diesen verstorbenen Obdachlosen", sagte er weiter. "Vielleicht hatte er keinen mehr, der sich um ihn kümmerte." Puff hatte erst kürzlich die Obdachlosen-Wallfahrt nach Rom bei Papst Franziskus begleitet. "Ich hatte noch seine ermutigenden Worte im Ohr, der ihnen zurief: Auch als Armer kann man erleben, dass das Leben wertvoll ist und dass jeder Mensch seine Würde hat."

Suche nach Kontaktpersonen

Derweil versuchen Ermittler, die letzten Stunden des 29 Jahre alten Opfers zu rekonstruieren. "Wir wollen wissen: Wer kennt ihn und mit welchen Personen hat er Kontakt gehabt? Insbesondere natürlich, wer am Samstag mit ihm Kontakt hatte", sagte ein Polizeisprecher. Nach derzeitigem Erkenntnisstand habe er sich wahrscheinlich noch nicht lange in der Kölner Obdachlosenszene aufgehalten.

Von Polizisten entdeckt

Polizisten hatten den Mann in der Nacht zum Sonntag nicht weit vom Kölner Hauptbahnhof in einer Unterführung mit brennender Kleidung entdeckt. Die Obduktion ergab, dass er Opfer einer Gewalttat geworden war. Ob er durch das Feuer starb oder schon vorher umgebracht worden war, kommentierten die Ermittler nicht. Auch ein mögliches Motiv für die Tat war unklar. In dem Fall ermittelt eine Mordkommission.

Helfer berichteten von Bestürzung, die der Fall unter Obdachlosen ausgelöst habe. Der Geschäftsführer der Überlebensstation "Gulliver" für obdachlose Menschen in der Nähe des Hauptbahnhofs sprach von "großer Trauer und Stille", die sich bei Gästen und Mitarbeitern breitgemacht habe. "Alle sind erstmal tief verstört", sagte Bernd Mombauer der Deutschen Presse-Agentur.

Auf die Frage, ob das Verbrechen auch Angst auslöse, sagte er: "Ich glaube, ein Obdachloser lebt immer mit der Angst." Sich 24 Stunden in der Kälte und in der Öffentlichkeit aufzuhalten, mache schutzlos.

(DR, dpa)

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