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Diskussion um Kindergelderhöhung

09.09.2016

Deutsches Kinderhilfswerk zur möglichen Kindergelderhöhung "Mit zwei Euro kommt man nicht weit"

Die Kassen des Bundes sind voll - ab 2017 sollen nun die Bürger profitieren. So auch beim Kindergeld, wie der "Spiegel" berichtet. Doch eine angedachte Erhöhung von zwei Euro im Monat sei "lächerlich", sagt das Deutsche Kinderhilfswerk.

domradio.de: Arbeitnehmer sollen sich schon im kommenden Jahr auf geringfügige Steuerentlastungen einstellen können. Der Grundfreibetrag, das Kindergeld und der Kinderfreibetrag sowie der Steuertarif würden im Zuge des nächsten Existenzminimumberichts angepasst und Auswirkungen der sogenannten kalten Progression korrigiert, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in dieser Woche in Berlin zum Auftakt der Haushaltsberatungen des Bundestages. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet in diesem Zusammenhang von einer Erhöhung des Kindergeldes von zwei Euro. Ist das nicht ein Anfang?

Uwe Kamp (Sprecher des Deutschen Kinderhilfswerks): Ein Anfang ist es auf jeden Fall. Aber wenn man sich die Erhöhung von zwei Euro im Monat anschaut, dann ist das wirklich lächerlich gering. Dazu muss man ja auch sagen, dass durch die Erhöhung der Kinderfreibeträge Spitzenverdiener wesentlich stärker profitieren als diejenigen, die nur ein geringes oder ein mittleres Einkommen haben.

domradio.de: Nach dem Willen der Regierung sollen ja vor allem Geringverdiener von der Erhöhung profitieren. Wie hoch müsste eine Erhöhung sein, damit sie Kindern von Geringverdienern tatsächlich zugutekommt?

Kamp: Wir brauchen eine Erhöhung des Kindergeldes auf jedem Fall im zweistelligen Bereich. Mit zwei Euro kommt man nicht weit. Das weiß jeder, der Kinder hat. Wir hätten uns schon gewünscht, dass der Bundesfinanzminister in Zeiten von sprudelnden Steuereinnahmen hier seine Schatulle ein bisschen weiter geöffnet hätte. Zehn bis 15 Euro wären aus unserer Sicht als Kindergelderhöhung schon angemessen gewesen.

domradio.de: Sie sehen durch die Kindergelderhöhung die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinanderklaffen und fordern umfassende Reformen der Sozialgesetze. Wie sollen die genau aussehen?

Kamp: Wir müssen in Deutschland die Förderung von Familien mit Kindern ganz einfach vom Kopf auf die Füße stellen. Wenn man sich anschaut, dass Spitzenverdiener durch den Kinderfreibetrag um ungefähr 290 Euro im Monat profitieren und das Kindergeld 190 Euro im Monat beträgt, dann klafft hier eine deutliche Schere von ungefähr 100 Euro im Monat. Wir müssen schauen, wie wir in diesen wirtschaftlich rosigen Zeiten die Regelsätze für Kinder armutsfest machen, wie wir es hinkriegen, mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu schaffen und wie wir es vor allem schaffen, dass unsere Kinder gut und gesund aufwachsen können.

domradio.de: Das Motto des diesjährigen Weltkindertags am 20. September heißt "Kindern ein Zuhause geben". Woran mangelt es Kindern in Familien mit Geringverdienern am meisten, um ihnen ein gutes Zuhause geben zu können?

Kamp: Den Kindern fehlt es tatsächlich an sehr, sehr vielem. Nicht an Zuwendung durch ihre Eltern, das muss man ganz klar sagen. Das bekommen auch Kinder, die in armen Verhältnissen aufwachsen. Studien, die wir gemacht haben, zeigen, dass die Kinder häufiger sozial isoliert aufwachsen. Sie sind gesundheitlich beeinträchtigt und in ihrer Bildungsbiografie schwer benachteiligt. Da müssen wir ganz einfach schauen, wie wir durch die Unterstützung der Eltern, aber auch durch entsprechende monetäre Maßnahmen es hinkriegen, dass ein Stück weit mehr Chancengerechtigkeit in Deutschland für alle Kinder, unabhängig vom elterlichen Einkommen, herrscht.

domradio.de: Was kann das Deutsche Kinderhilfswerk hier tun?

Kamp: Wir sind eine Kinderrechtsorganisation. Das heißt, wir versuchen natürlich politisch tätig zu werden, indem wir entsprechende Lobbyarbeit beim Bundestag, beim Bundesrat und bei der Bundesregierung machen. Zum zweiten sind wir aber auch eine Spendenorganisation. Wir sammeln Spenden für Kinder in Deutschland und versuchen durch gezielte Förderung von Kindern und vor allen Dingen auch durch die Förderung von Projekten für Kinder und Projekten von Kindern den Kindern ein Stück weit ein gutes Leben in Deutschland zu ermöglichen.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(DR)

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