Hebamme mit Neugeborenem
Hebamme mit Neugeborenem

18.08.2016

"Welcome-Baby-Bags" unterstützt schwangere Flüchtlingsfrauen "Das Projekt zeigt eine Lücke im Sozialsystem"

Die Baby-Erstausstattung zusammenzustellen, gehört für viele werdende Eltern zu den schönsten Vorfreuden. Schwangere Flüchtlingsfrauen hingegen stellt es vor große Herausforderungen. Das Berliner Projekt "Welcome-Baby-Bags" hilft.

Bereits lange vor der Geburt haben viele werdende Eltern alles für die Ankunft ihres Kindes hergerichtet: Das Babyzimmer ist mit Möbeln ausgestattet und die Tasche fürs Krankenhaus mit liebevoll ausgesuchten Kleidungsstücken gepackt. Doch was, wenn man auf der Flucht ist? Wenn die eigenen Habseligkeiten kaum einen Rucksack füllen. Schwangere Flüchtlingsfrauen stehen oftmals vor der Frage: Woher bekommen sie die benötigten Kleidungsstücke und Hygieneartikel für ihr Neugeborenes und sich selbst?

Ökumenisches Frauenzentrum hilft

Das Berliner Projekt "Welcome-Baby-Bags" hilft ihnen: Unterstützt von ehrenamtlichen Helfern und Spenden packen die Mitarbeiterinnen des Ökumenischen Frauenzentrums "Evas Arche" Krankenhaus-Taschen mit Stramplern, Schnullern und Hygieneartikeln für die Mütter. Quasi eine Art Erste Hilfe für die Erstausstattung. Hervorgegangen ist das Ganze aus einer privaten Initiative.

"Das Projekt zeigt eine Lücke im Sozialsystem", erklärt Arche-Geschäftsführerin Ute Einicke. Grundsätzlich haben die Frauen Anspruch auf Windeln und Kleidung fürs Kind. "Aber dafür müssen die Behörden erst mal wissen, dass jemand schwanger ist und alles in die Wege leiten." Zudem gebe es oft schwangere illegale Flüchtlinge oder Geduldete. "Auch denen helfen wir." Wie viele geflüchtete Schwangere in Berlin leben, weiß Einicke nicht. Die Nachfrage nach der Baby-Erstausstattung sei jedoch "enorm".

Im Juni hat "Evas Arche" das Projekt "Welcome-Baby-Bags" übernommen. Gegründet worden war es 2015 von jungen Müttern, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren wollten. "Vor einigen Monaten haben sie sich an uns gewandt, weil sie die Durchführung nicht mehr alleine bewältigen konnten", erklärt Einicke. Die Zahl der Anfragen stieg demnach, zudem mussten die Sachspenden gelagert werden. "Bei Geldspenden kann eine private Initiative keine Quittungen ausstellen." In der Flüchtlingshilfe wolle "Evas Arche" "punktuell, aber gezielt" tätig werden. Die "Baby-Bags" passten zur Arbeit des Frauenzentrums, das unter anderem Sozial- und Familienrechtsberatungen anbietet.

Strampler, Fläschchen und Windelpackungen

Die Taschen werden in den Büroräumen des Frauenzentrums gepackt. Regale sind gefüllt mit Stramplern, Cremes, Tees, selbstgenähten Decken, Fläschchen und Windelpackungen. Das meiste sind Spenden. Nur die Hygieneartikel kauft das Arche-Team. Auf dem Boden lagern Sporttaschen in pink, blau und schwarz. An der Wand hängt die "Zutatenliste" für den Inhalt: "3 Bodies Größe 50/56", "Feuchttücher" und "2 Lätzchen" steht dort etwa. Insgesamt sind etwa 40 Artikel aufgeführt.

Schon rund 60 Taschen hat "Evas Arche" seit Juni für geflüchtete Schwangere gepackt. Die Anfragen kommen von den Betreibern der Notunterkünfte, etwa Caritas oder Arbeiterwohlfahrt (AWO). "Die Betreuer wissen am besten, welchen Bedarf die Schwangere hat", sagt Einicke. Danach werden die Taschen individuell zusammengestellt. "Wir fragen auch, ob es Geschwisterkinder gibt - für die packen wir eine Kleinigkeit hinzu." Die Erstausstattung wird von der zuständigen Organisation abgeholt und dann der Frau übergeben.

Auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen

Für die Durchführung des Projekts ist "Evas Arche" auf ehrenamtliche Unterstützung von Einzelpersonen und Unternehmen angewiesen. Interessierte können mit Zeit-, Sach- oder Geldspenden helfen. Auch die Gründerinnen der "Welcome-Baby-Bags" unterstützen weiterhin.

"Denn wir sind auf ihr Wissen angewiesen - sie haben es schließlich aufgebaut", erklärt die Geschäftsführerin. Die Frauen übernehmen das Packen der "Baby-Bags", pflegen die Kontakte in sozialen Netzwerken sowie zu Spendern und arbeiten Ehrenamtliche ein.

Ziel des Projekts ist, "dass wir die geflüchteten Frauen irgendwann nicht mehr unterstützen müssen", erklärt Einicke. Dies habe nichts mit mangelnder Hilfsbereitschaft zu tun. "Wir hoffen, dass sie ihr Leben bald eigenständig gestalten können." Die "Baby-Bags" sollen einen Beitrag dazu leisten. Nach Einickes Einschätzung wird das jedoch noch dauern. "Im Moment stellt sich die Frage nach dem Ende des Projekts noch nicht."

Romina Carolin Stork
(KNA)

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