Jugendliche Flüchtlinge brauchen Integration
Jugendliche Flüchtlinge brauchen Integration

26.07.2016

Caritas hält an ihrem Kurs in der Flüchtlingsarbeit fest Dringender Bedarf für unbegleitete Minderjährige

Würzburg und Ansbach waren die jüngsten Ziele von islamistischen Terroristen. Gerade vor diesem Hintergrund muss Flüchtlingsarbeit der Caritas beibehalten, die finanziellen Mittel für Integration aufgestockt werden.

Die Caritas in der Erzdiözese München und Freising hält auch angesichts der Attentate in Bayern am Kurs ihrer Flüchtlingsarbeit fest. Deren Schwerpunkt verlagere sich derzeit jedoch zunehmend in den Bereich Migration und Integration, hieß es am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz des katholischen Wohlfahrtsverbands in München. Gerade die Betreuung junger Flüchtlinge, besonders unbegleiteter Minderjähriger, dürfe nicht zurückgefahren werde, sagte Caritasdirektor Hans Lindenberger. Sie seien auf die bewährten Standards der Jugendhilfe dringend angewiesen.

Bedarfsorientierte Betreuung

Sozialpädagogen und Psychologen betreuten die Jugendlichen professionell und bedarfsorientiert, betonte Lindenberger. Das gelte vor allem für jene jungen Menschen mit traumatischen Erfahrungen. Die Caritas forderte rechtzeitig vor Erreichen der Volljährigkeit eine qualifizierte Einzelfallentscheidung. Die Hilfsmaßnahmen dürften mit dem 18. Lebensjahr nicht abrupt enden, sondern müssten geplant und gut gestaltet sein. Junge Flüchtlinge mit traumatischen Erlebnissen, etwa aus dem Irak oder Syrien, brauchten weitere Begleitung. Zwischen 18 und 21 Jahren beginne die Weichenstellung für ihr künftiges Leben.

Großteil der Migranten bringt sich ein

Integration sei eine große Herausforderung, räumte Lindenberger ein. Die geplanten Integrationsgesetze auf Landes- wie Bundesebene seien aus Sicht der Caritas jedoch "einseitig und greifen zu kurz". Sie seien von Misstrauen geprägt und setzten vorrangig auf Druck und Kontrolle, kritisierte der Direktor. "Wir machen die Erfahrung, dass der Großteil der Migranten sich gerne und bereitwillig und engagiert einbringen würde - wenn man sie denn lässt, gut begleitet und fördert." Dafür werde aber auch entsprechend Geld benötigt.

Die Nöte der Bevölkerung werden nicht vergessen

Zudem betonte Lindenberger, dass der Wohlfahrtsverband die Nöte der "angestammten Bevölkerung" selbstverständlich nicht vergesse. Die Caritas setze sich für alle Menschen ein, die hilfsbedürftig seien, die von sozialen oder psychischen Problemen, von Benachteiligung, Ausgrenzung und Armut betroffen seien. Die Anliegen der Benachteiligten in der Gesellschaft und die Bedürfnisse von Flüchtlingen dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden.

(KNA)

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