Gebrauchte Heroinspritzen
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21.07.2016

Gottesdienst am Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige Raum für Trauer

In Düsseldorf wurde am Donnerstag mit einem Gedenkgottesdienst verstorbener Drogenabhängiger gedacht. Diakon Klaus Kehrbusch erzählt im domradio.de-Interview, wie die Feier Angehörigen und Freunden von Drogentoten helfen soll.

domradio.de: Wie haben Sie den Gottesdienst heute erlebt?

Klaus Kehrbusch (Diakon in Düsseldorf-Flingern): Wir feiern als katholische und evangelische Kirche in Düsseldorf einen Gottesdienst, an dem neben Sozialarbeitern auch ganz viele Klienten teilnehmen. Sie haben alle mindestens einen der Verstorbenen gekannt und entsprechend ist die Betroffenheit im Gottesdienst groß. Es gibt eine ganz dichte Atmosphäre. Das ist für alle Beteiligten deutlich zu spüren.

domradio.de: Gibt es nach dem Gottesdienst auch Redebedarf?

Kehrbusch: Wir laden nach dem Gottesdienst zu Gespräch und Begegnung bei einer Tasse Kaffee ein. Das ist für die Menschen, die das möchten und denen das Gespräch in der Trauer hilft. Manche möchten das nicht. Menschen sind ja in der Trauer genauso unterschiedlich wie wir es sonst auch sind. 

domradio.de: Was erzählen die Angehörigen?

Kehrbusch: Oft ist es so, dass die Angehörigen ganz spät von dem Tod eines Drogenabhängigen erfahren. Dann, wenn die Beisetzung schon stattgefunden hat. Das ist auch ein Grund, warum wir seit etwa 15 Jahren diese Gedenkfeier haben. Das bietet einen Raum und einen Ort, damit Trauer stattfinden und gelebt werden kann.

domradio.de: Im Prinzip ist der Gottesdienst für viele die Beerdigung ihres Angehörigen oder Freundes?

Kehrbusch: Ja, in Anführungszeichen. Es hat bisher keine Gelegenheit gegeben, wo die Trauer einen Ort gefunden hat oder sich ausdrücken konnte. Teilweise ist auch gar nicht bekannt, wo genau jemand beigesetzt worden ist.

domradio.de: Sie arbeiten selbst mit Abhängigen. Wenn Angehörige denken, Sohn oder Tochter oder ein Freund zum Beispiel nimmt Drogen: Wie sollte man sich verhalten?

Kehrbusch: Da gibt es kein Rezept. Es kommt auf die individuelle Situation an. Grundsätzlich gilt, dass ich nicht in der Lage bin, den entscheidenen Anstoß für einen Ausstieg aus der Sucht zu geben. Die Motivation muss eine abhängige Person selber haben oder entwickeln. Mein Tipp ist, sich beispielsweise als Elternteil professionell beraten zu lassen.

domradio.de: Mehr als 1.000 Menschen sind im Jahr 2015 an Drogen gestorben. Wie kommt diese hohe Zahl zustande?

Kehrbusch: Das müssen Sie die Stellen fragen, die diese Statistiken führen. Wir haben als soziale Organisationen und als Kirchen da eine ganz Perspektive. Bei uns geht es gerade nicht um Statistik, ganz im Gegenteil: Bei uns geht es um jede einzelne Person, um jeden einzelnen Abhängigen, der verstorben ist, und an den wir in der Gedenkfeier erinnern möchten. Es geht uns um jede einzelne Person mit einer ganz individuellen Lebens- und manchmal auch Leidensgeschichte.

Das Interview führte Silvia Ochlast.

(DR)

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