Pakistan: Die Flut hinterlässt totale Zerstörung
Pakistan: Die Flut hinterlässt totale Zerstörung

14.07.2016

World Vision weist auf die "verdrängte Krise" El Niño hin Klimafolgen in Süd- und Mittelamerika

Für Orkane, sintflutartige Regenfälle und Flutkatastrophen in Süd- und Mittelamerika wird immer wieder das Klimaphänomen El Niño verantwortlich gemacht. Die Hilfsorganisation World Vision prangert an, dass dies zu wenige beachtet wird.

Das Klimaphänomen El Nino bedroht nach Angaben der Hilfsorganisation El Nino das Leben und die Rechte von Millionen Menschen. "El Niño ist die größte Wetter-Katastrophe, mit der wir je zu tun hatten", sagte der Vorstandsvorsitzende Christoph Waffenschmidt am Donnerstag in Berlin. Sie werde aber im Verhältnis zu anderen Katastrophen zu wenig beachtet. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation litten rund 60 Millionen Menschen unter den Auswirkungen, "ungefähr die Hälfte davon sind Kinder".

Afrika kämpfe schon seit vielen Jahren gegen die Dürre, erklärte Waffenschmidt weiter. Nahrungs- und Wassermangel sowie wachsende Armut bedrohten die Gesundheit der Jungen und Mädchen; viele gingen nicht mehr zur Schule und müssten arbeiten, zunehmend auch außerhalb ihrer Heimatorte. Auf der Suche nach Nahrung verließen Eltern ihre Familien.

Kriege durch Klimaveränderungen

"Als Folge des Klimawandels drohen auch Kriege um Ressourcen", so Waffenschmidt weiter. Viele der heutigen Kriege seien auf Klimaveränderungen zurückzuführen, etwa im Sudan oder Syrien. Die Aufgabe von Hilfsorganisationen sei es, "Widerstandsfähigkeit und Katastrophenprävention" in diesen Regionen zu betreiben. World Vision etwa fördere seit rund zehn Jahren Wiederaufforstungsprojekte und habe in Südäthiopien "mehr als 600 Hektar degradiertes Land wieder begrünen" können.

Der Vorstand von World Vision, Christoph Hilligen, erklärte, dass der Hilfsorganisation 2015 ein Budget von rund 2,4 Milliarden Euro zur Verfügung stand. Rund 1,9 Milliarden Euro waren private Spenden, der Rest stammte aus öffentlichen Mitteln. Hilligen beklagte zugleich, dass die Hilfe für akute Katastrophen immer mehr zunehme. Damit fehle Geld für langfristige Hilfe.

Anstieg der Einnahmen

In Deutschland hatte World Vision Einnahmen von etwa 96,1 Millionen Euro; dies war ein Anstieg um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund 71,5 Millionen Euro kamen aus Privatspenden. Erstmalig habe es auch Projekte für Flüchtlingskinder in Deutschland gegeben, etwa Spielemobile in Unterkünften.

World Vision ist nach eigenen Angaben eine christliche Hilfsorganisation mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaft. Sie ist in 99 Ländern vertreten.

(KNA)

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