Kinderarbeit
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Kinderarbeit in Goldminen in Ghana
Kinderarbeit in Goldminen in Ghana

09.06.2016

Studie zu Kinderarbeit im Syrienkonflikt Hauptverdiener: Kinder

Der Krieg in Syrien dauert inzwischen mehr als sechs Jahre. Millionen von Menschen sind auf der Flucht. Die Schwächsten unter ihnen, Kinder und Jugendliche, tragen eine besondere Last.

Kinder auf der Flucht sind offenbar besonders begehrte Objekte skrupelloser Geschäftemacher. Dies betrifft zunehmend auch syrische Flüchtlingskinder, wie die Kinderrechtsorganisation terre des hommes in einem Bericht festhält. Demnach müssen immer mehr syrische Flüchtlingskinder arbeiten, um ihr Überleben und das ihrer Familien zu sichern. Zudem gebe es einen Trend zur Rekrutierung von Heranwachsenden durch Kriegsparteien, "nicht unbedingt als Kämpfer, aber für die Logistik".

Die Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen habe in Syrien selbst, aber auch in den Nachbarstaaten und auf den Fluchtrouten nach Europa dramatische Ausmaße angenommen, erklärte der Vorstandssprecher von terre des hommes, Albert Recknagel. Oft seien Kinder die Hauptverdiener der Familie. Sie arbeiteten unter anderem in der Landwirtschaft, in Betrieben etwa der Textilindustrie, als Straßenverkäufer oder als Grenzschmuggler. Viele Kinder würden auch sexuell missbraucht und ausgebeutet. Umfragen unter Unternehmern etwa in Jordanien bestätigten einen sprunghaften Anstieg bei der Beschäftigung von Kindern.

Vier Millionen Syrer sind ins Ausland geflohen

Seit Beginn der Syrienkrise im März 2011 sind etwa 6,5 Millionen Syrer im eigenen Land auf der Flucht. Außerdem sind den Angaben zufolge mehr als vier Millionen Syrer ins Ausland geflohen. Für die Studie mit dem Titel "Weil wir überleben wollen" sprachen Mitarbeiter von terre des hommes im März und April dieses Jahres mit 96 Flüchtlingskindern in Jordanien, Libanon, Irak, Serbien und Griechenland. Die Untersuchung erhebt keinen wissenschaftlichen Anspruch, will sich aber einem Phänomen annähern, das von Fachleuten in verschiedenen Staaten beobachtet wird.

Danach arbeiteten mehr als die Hälfte der Befragten mindestens sieben Stunden täglich, ein Drittel an sieben Tagen in der Woche. Die Jüngsten unter ihnen waren fünf Jahre alt. In die Untersuchung flossen auch Interviews mit Partnerorganisationen sowie aktuelle Berichte internationaler Organisationen wie etwa des Flüchtlingshilfswerks UNHCR ein. Der Bericht wurde anlässlich des Welttages gegen Kinderarbeit am kommenden Sonntag vorgestellt.

Kinderarbeit breitet sich aus

Nach dem Schließen der Balkanroute müsse damit gerechnet werden, dass sich auch in den betroffenen Staaten Kinderarbeit ausbreite. Der Grund: Die Aufenthaltsdauer in den Erstaufnahmeländern verlängere sich erheblich und die humanitäre Hilfe sei unzureichend, sagte Recknagel. In Mazedonien und Griechenland seien erste Fälle von Kinderarbeit bekanntgeworden.

Terre des hommes appellierte an die Europäische Union, die Regierungen der Mitgliedsländer sowie an Unternehmen und Gewerkschaften, sich für das Wohl dieser Kinder einzusetzen. Die EU müsse einheitliche Registrierungssysteme schaffen, um dem Menschenhandel vorzubeugen. Außerdem müsse die Betreuung und Schulbildung der jungen Flüchtlinge gewährleistet werden.

Von der Bundesregierung fordert terre des hommes eine bundesweit einheitliche Regelung zur Schulpflicht von Flüchtlingskindern. Zudem müsse bei einreisenden Kindern der Verwandtschaftsgrad zu den mit einreisenden Erwachsenen genau geprüft werden: "Vielfach reisen Flüchtlingskinder in Begleitung Erwachsener ein, deren Verwandtschaftsgrad ungewiss bleibt", sagte Recknagel. Oft würden diese Kinder in den Aufnahmezentren mit ihren Begleitern untergebracht und nicht in Einrichtungen der Jugendhilfe. Dies setze die Kinder dem hohen Risiko aus, Opfer von Ausbeutung und Menschenhandel zu werden.

(epd)

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