In einem DKMS-Labor in Dresden
In einem DKMS-Labor in Dresden

28.05.2016

Deutsche Knochenmarkspenderdatei wird 25 Jahre Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Lange waren leukämiekranke Patienten in Deutschland auf Knochenmarkspenden aus Frankreich, England und den USA angewiesen. Das hat sich geändert. An diesem Samstag feiert die Deutsche Knochenmarkspenderdatei Geburtstag.

Es ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Alle 15 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs oder Leukämie. Weltweit erkranken jedes Jahr mehr als 917.000 Menschen daran. Schock, Angst, Verzweiflung, Wut, Trauer, Hoffnung treten ein. Viele Patienten sind Kinder und Jugendliche, deren einzige Chance auf Heilung eine Stammzellspende ist.

Doch jeder siebte Patient findet keinen Spender. Denn für eine Stammzellspende müssen die Gewebemerkmale des Spenders mit denen des Patienten zu 100 Prozent übereinstimmen. Selbst innerhalb von Familien kommt das nur bei einem Drittel der Patienten vor. Unter Umständen findet sich auch unter mehreren Millionen niemand.

"Genetischer Zwilling verzweifelt gesucht. Jugendliche braucht dringend Stammzellspende", so oder so ähnlich klingen manche Aufrufe in Tageszeitungen oder Lokalradios, um die Öffentlichkeit zu mobilisieren und Knochenmarkspender zu finden. Auch Vereine wie der Fußball-Bundesligist Schalke 04 engagieren sich, um Spender für Fans zu suchen.

Weltweit größte Stammzellspenderdatei

Damit sich die Chancen auf ein Überleben erhöhen, wurde vor 25 Jahren, am 28. Mai 1991, die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gegründet. Ausschlaggebend war auch hier ein tragisches Einzelschicksal: 1990 erkrankte die 42jährige Mechtild Harf an Leukämie. Ein passender Spender wurde zu spät gefunden; die Mutter zweier Kinder starb 1991. Noch am Sterbebett gab ihr Mann, der Manager Peter Harf, seiner Frau das Versprechen, eine Datei aufzubauen, um Blutkrebspatienten helfen zu können. Harf ist heute weiterhin Vorsitzer der DKMS Stiftung.

Mit weltweit über 6,4 Millionen Registrierten, davon mehr als 4 Millionen in Deutschland, und bislang rund 55.000 ermöglichten Stammzelltransplantationen ist die DKMS nach eigener Darstellung die weltweit größte Stammzellspenderdatei. 2015 konnte sie einen Rekord bei der Neuregistrierung verzeichnen: Mehr als eine Million neue potenzielle Spender wurden in die Kartei aufgenommen. Als der inzwischen verstorbene frühere Außenminister Guido Westerwelle im vergangenen Jahr von seiner Leukämie berichtete, stieg die Zahl der Registrierungen bei der DKMS sprunghaft an.

Meistens werden die Stammzellen dem Blut entnommen

Vertreten ist die DKMS auch in den USA, Polen, Spanien und Großbritannien. Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Spendervermittlung sind die so genannten HLA-Merkmale (Gewebemerkmale), die genetisch und regional unterschiedlich sind. Um die Überlebenschancen von Blutkrebspatienten zu verbessern, versucht die DKMS, möglichst viele Spender verschiedener Nationalitäten in ihrer Datenbank zu vereinen.

"Einfach ein tolles Gefühl! Zehn Jahre nach meiner Blutkrebserkrankung wieder auf Mallorca Urlaub machen zu können", zitiert die DKMS auf ihrer Internetseite die 15-jährige Michelle, die dank eines Spenders nur wieder ein normales Leben führen kann. Von einem "unglaublichen Glücksgefühl" berichtet Udo, der sich als Spender zur Verfügung stellte und das Leben des 12-jährigen Tim rettete. In 80 Prozent der Fälle können die Stammzellen aus der Blutbahn gesammelt werden, in 20 Prozent müssen sie aus dem Knochenmark entnommen werden.

Jede Registrierung kostet der DKMS 40 Euro

Potenzielle Stammzellspender können sich mittlerweile auch online registrieren lassen: Unter www.dkms.de kann sich jeder Interessierte ein Registrierungsset nach Hause bestellen. Mithilfe zweier Wattestäbchen wird ein Abstrich der Wangenschleimhaut vorgenommen. Anschließend werden daraus die Gewebemerkmale analysiert.

Das 25-jährige Bestehen will die DKMS am 28. Mai in Berlin feiern. Zugleich wird dieses Datum seit einigen Jahren als World Blood Cancer Day begangen. Stammzellspenderdateien, Stammzellspenderregister, Transplantationszentren, Initiativgruppen und andere Helfer sollen rund um den Globus in Aktion treten und noch mehr Unterstützer im Kampf gegen die Krankheit gewinnen und Spenden sammeln. Schließlich kostet jede Registrierung eines neuen Spenders die DKMS 40 Euro.

Christoph Arens
(KNA)

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