Flüchtlinge an der Grenze zu Österreich
Flüchtlinge an der Grenze zu Österreich
Österreich will Obergrenzen für Flüchtlinge einführen
Österreich will Obergrenzen für Flüchtlinge einführen

22.04.2016

Österreichisches Bistum verweigert Grenzzaun auf Kirchengrund Gewollte Lücke

Die österreichische Diözese Eisenstadt will auf ihrem Boden keinen Grenzzaun zulassen. Der von der Landespolizei Burgenland geplante, mehrere Kilometer lange Zaun an der Grenze zu Ungarn soll deshalb mit einer Lücke bei Moschendorf entstehen. 

Der Zaun stehe im Gegensatz sowohl zum Evangelium als auch zur klaren Botschaft von Papst Franziskus an Europa, begründet Bischof Ägidius Zsfikovics die Ablehnung in einem Brief an die betroffene Pfarrei, der der Presseagentur Kathpress vorliegt. Das Bistum muss dem Bau zustimmen.

Menschen die Türe öffnen 

Zsfikovics ist auch Flüchtlingsbeauftragter der Österreichischen Bischofskonferenz und der EU-Bischofskommission COMECE. Er erinnerte daran, das die burgenländische Diözese "jahrzehntelang im Schatten des Eisernen Vorhangs" gelegen habe. Sie habe in den vergangenen Monaten "keine Anstrengungen gescheut, um Menschen auf der Flucht die Türe zu öffnen, ihnen ein Dach über dem Kopf, Würde und Herzenswärme zu geben". Im Gespräch mit österreichischen Medien verwies der Bischof auch auf das von Papst Franziskus ausgerufene "Jahr der Barmherzigkeit" und den heiligen Martin als Schutzheiligen der Diözese Eisenstadt.

"Ich habe wiederholt öffentlich gesagt, dass ich neue Zäune für keine Lösung des Flüchtlingsproblems halte", heißt es af der Webseite des Bistums. "Wir müssen die heutigen Probleme an der Wurzel anpacken und das heißt: Schluss mit dem organisierten Schlepperwesen, Schluss mit Waffenlieferungen aus Europa, Schluss mit Krieg und gezielter Destabilisierung in Nahost, Schluss mit der rohstoffbasierten und landwirtschaftlichen Ausbeutung Afrikas durch europäische Konzerne! Alles andere sind Scheingefechte."

Christliche Antworten auf Ängste 

Er verstehe die Ängste der Menschen, die er rund um sich wahrnehme, sagte Zsifkovics. "Aber ich wäre ein schlechter Bischof, wenn ich auf diese Ängste keine christlichen Antworten geben könnte." Diese Antwort sei nicht der Zaun - sondern notfalls das Loch im Zaun, so der Bischof.

Kritik auch von Overbeck 

Der Essener Franz-Josef Overbeck hat scharfe Kritik an militärisch gesicherten Grenzzäunen in den USA und Europa geübt. Bei seiner jüngsten Lateinamerikareise habe er Zäune und Grenzstreifen zwischen den USA und Mexiko gesehen, die ihn an die DDR-Grenze erinnerten, sagte der Vorsitzende der Bischöflichen Kommission Adveniat bei der Bilanzpressekonferenz des Lateinamerikahilfswerks am Donnerstag in Essen: "Sie sind ein Skandal und eine echte Sünde. Das gilt genauso für die Zäune, die jetzt in Europa errichtet werden, um Flüchtlinge aufzuhalten."

Die Tatsache, dass einige osteuropäische Bischöfe die Anlagen befürworteten, nannte Overbeck "völlig unkatholisch". Ebenso kritisierte er die "Menetekelversuche gewisser Leute in Politik und Öffentlichkeit", eine nachlassende Bereitschaft der Bevölkerung in der Flüchtlingshilfe herbeizureden.

 

(KNA, epd, DR)

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