Telefonistin im Callcenter
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19.02.2016

KAB engagiert sich gegen Sonntagsarbeit in Call Centern Lasst es klingeln

Kirchliche Arbeitnehmerorganisationen und Gewerkschaften setzen sich für ein Arbeitsverbot an Sonn- und Feiertagen in Call Centern ein. Eine entsprechende Unterschriftenaktion soll nächste Woche beginnen und bis zur Sommerpause dauern.

Das sagte der Referatsleiter der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Hannes Kreller, am Freitag in München der Katholischen Nachrichten-Agentur. Sonntagsarbeit in Call Centern ist bisher nur in Hessen untersagt. Das dortige Verbot kann nach Krellers Worten aber leicht umgangen werden.

Arbeitgeber wollen Verbot der Sonntagsarbeit lockern

Gegenwärtig nehme der Druck der Arbeitgeber auf die Bundesregierung zu, das Verbot der Sonntagsarbeit zu lockern. "Es ist notwendig, das Bewusstsein für diese Frage zu schärfen." Die bei der Aktion "Sonntagsarbeit - Nein, danke!" gesammelten Unterschriften sollen an das Bundesarbeitsministerium übergeben werden. Eine konkrete Zahl als Zielmarke wollte Kreller nicht nennen.

An der "Allianz für den freien Sonntag" sind auch die Gewerkschaft Verdi, die katholische Betriebsseelsorge, der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) und der Bundesverband evangelischer Arbeitnehmerorganisationen (BVEA) beteiligt.

Ex-Verfassungsrichter unterstützt kirchliche Arbeitnehmer

Unterstützung erhalten Gewerkschafter und kirchliche Arbeitnehmer von Ex-Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier. Die grundgesetzlich garantierten Persönlichkeits- und Freiheitsrechte genössen einen höheren Schutz als unternehmerische Freiheiten, erklärte er nach Angaben der Allianz jüngst bei einer Konferenz in Berlin. Es bestehe kein gesetzlicher Bedarf, branchen- und berufsspezifische Ausnahmen bei der Sonn- und Feiertagsarbeit zuzulassen. Wo die Politik den Sonntagsschutz zugunsten wirtschaftlicher Interessen aufgebe, müssten diese Rechte stets über Gerichte eingeklagt werden.

Das Bündnis zum Sonntagsschutz war nach eigenen Angaben vor zehn Jahren gegründet worden. Seither hätten sich deutschlandweit mehr als 100 regionale Allianzen zusammengeschlossen, um vor Ort die Zahl der Sonntagsöffnungen einzuschränken. Man könne stolz auf das bisher Erreichte sein, erklärten Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger sowie der KAB-Vorsitzende Andreas Luttmer-Bensmann.

(KNA)

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