Der Tatort auf dem Braunsfelder Markt
Der Tatort auf dem Braunsfelder Markt
Wahlkampf-Fahrzeug von Henriette Reker
Wahlkampf-Fahrzeug von Henriette Reker

19.10.2015

Braunsfelder PGR-Vorstand zum Attentat auf Reker "Da lagen Freunde und Nachbarn am Boden"

Maximilian Rudloff, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Pankratius in Köln-West, war dabei, als Henriette Reker und Wahlkampfhelfer niedergestochen wurden. Die Tat sei ein Einbruch in das Leben der Menschen in Braunsfeld, sagt er bei domradio.de.

domradio.de: Sie haben an diesem Stand für Wahlkampf gemacht, für Henriette Reker. Zunächst mal: Wissen Sie, wie es den Verletzten geht? Von Frau Reker wissen wir ja, dass sie noch im künstlichen Koma liegt.

Maximilian Rudloff (Vorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Pankratius in Köln-West): Ich weiß, dass drei Kollegen mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen worden sind. Was die vierte Person angeht, weiß ich leider nicht mehr.

domradio.de: Wie haben sie das Attentat am Samstag erlebt?

Rudloff: Ich stand unmittelbar hinter Henriette Reker. Sie stand halblinks vor unserem Wahlkampfstand und ich dahinter. Ich war damit beschäftigt, einen Ballon aufzublasen und hatte unmittelbare Sicht darauf, wie der Täter kam und auf sie einstach.

domradio.de: Welchen Eindruck hatten sie von ihm?

Rudloff: Er war sehr ruhig, sehr kontrolliert. Er hat nicht groß rumgeschrien. Da gab es auch vorher keine Diskussion und kein Handgemenge. Er fragte ganz ruhig nach einer Rose, sie wollte ihm eine geben, und dann stach er auch schon zu. Er war auch danach nicht laut, er war kalt und kalkulierend.

domradio.de: Es hieß am Samstag, dass der Täter gerufen habe, er sei der Messias - stimmt das?

Rudloff: Davon habe ich nichts gehört.

domradio.de: Sie sagen also, es haben ihn keine religiösen Motive bewegt?

Rudloff: Das kann ich nicht sagen, aber ich glaube es nicht. Das glaube ich persönlich nicht. Das einzige, das ich von ihm gehört habe, war, dass er sagte: "Ich habe es auch für euch getan." Das klang für mich nicht religiös.

domradio.de: Sie haben das aus nächster Nähe miterlebt. Wie verarbeitet man das - wie geht es Ihnen? Ich glaube, Sie haben sich heute auch frei genommen?

Rudloff: Ja, genau. Es geht immer besser. Man ist natürlich dankbar dafür, dass nicht noch mehr passiert ist. Das ist ein Gedanke, an dem man sich natürlich sehr gut festhalten kann. Ich habe mich gestern nochmal erinnert, dass wir keine zwei Minuten vorher noch Kinder mit Ballons versorgt haben. Das Ganze hätte nicht nur für die unmittelbar Beteiligten, sondern auch für andere, die in der Nähe standen, noch viel schlimmer ausgehen können.

domradio.de: Der Schock in der Gemeinde in Braunsfeld ist groß. Sie haben gestern beim Gottesdienst das Wort ergriffen. Was haben Sie der Gemeinde gesagt?

Rudloff: In ähnlicher Weise das, was ich Ihnen jetzt auch gesagt habe. Außerdem: Ich habe die Polizei gerufen, als die unmittelbare Gefahr vorbei war, und musste der Leitstelle auch beschreiben, was ich sehe. Ich habe der Gemeinde gestern erzählt, was ich da gesehen habe. Nämlich, dass da am Boden keine Fremden lagen, sondern Freunde, Nachbarn, Kollegen. Menschen, die wir hier bei uns im Viertel kennen. Dass das Junkersdorfer, Braunsfelder und Müngersdorfer waren. Damit wollte ich die Dimension der Tat darstellen und sagen, dass uns das unmittelbar angeht, auch als Anwohner. Dass die Tat auf dem Braunsfelder Markt auch ein Einbruch in das Leben der Leute hier ist.

domradio.de: Nun hat Henriette Reker die Wahl gestern gewonnen. Glauben Sie, der Mordversuch auf dem Marktplatz in Braunsfeld hat die Wahl in irgendeiner Form beeinflusst?

Rudloff: Im Endeffekt kann ich das nicht sagen. Die Prognosen vorher waren ähnlich. Vielleicht hat es die Wahlbeteiligung beeinflusst, die war ja leider sehr gering.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(dr)

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