Die Duisburger Zeltstadt für Flüchtlinge wird nach heftiger Kritik wieder abgebaut
Die Duisburger Zeltstadt für Flüchtlinge wird nach heftiger Kritik wieder abgebaut

18.10.2015

Kölner Flüchtlingsrat unterstützt Auszug in normale Wohnungen Ein Stück Normalität für Flüchtlinge

Eine eigene Wohnung: Für Flüchtlinge in Massenunterkünften scheint das vermutlich noch weit weg. Der Kölner Flüchtlingsrat e.V. hilft den Menschen beim Auszug. Ein domradio.de-Interview mit Geschäftsführer Claus-Ulrich Prölß.

domradio.de: Die Zelte sind zu klein und schlecht isoliert. Und jetzt kommt der Winter. Sie haben mit den Menschen direkt zu tun. Wie geht es den Menschen in den Notunterkünften?

Geschäftsführer Kölner Flüchtlingsrat Prölß: Man muss unterscheiden: Die sogenannte Zeltstadt in Köln-Chorweiler ist eine sogenannte Landesunterkunft. Das heißt, das Land Nordrhein-Westfalen ist der Träger. Das Projekt "Auszugsmanagement" bezieht sich nur auf die kommunalen Unterkünfte und da gibt es bislang in der Stadt Köln - Gottseidank - noch keine Zelte. Die Situation der Menschen in den Zelten in Köln-Chorweiler ist im Moment ziemlich dramatisch, weil sehr viele krank geworden sind. Die Zelte selber sind sehr stark beheizt, aber draußen ist es bitterkalt. Wenn man zur Toilette geht oder duschen will, muss man nach draußen und dann mit nassen Haaren wieder die Wege zurück ins Zelt. Viele Kinder sind wirklich sehr krank.

domradio.de: Und jetzt kümmern Sie sich darum, dass diese Leute in normale Wohnungen reinkommen? Wie läuft das ab?

Prölß: Das ist ein Projekt, was die Stadt Köln finanziert. Beteiligt sind insgesamt drei Träger. Neben dem Kölner Flüchtlingsrat sind es Caritas und Deutsches Rotes Kreuz. Wie geht das von Statten? Das ist eigentlich ein einfaches Verfahren. Die Stadt Köln hat eine Liste von Flüchtlingen, die berechtigt sind aus den Wohnheimen auszuziehen. Im Moment sind da etwa 1.600 Personen auf dieser Liste. Wir drei Träger haben uns die einzelnen Unterbringungsmöglichkeiten aufgeteilt. Das heißt, wir sind für etwa 20 Einrichtungen zuständig. Wir treten in Kontakt zu den Flüchtlingen, die auf der Liste der Stadt stehen und nehmen den Bedarf und die Besonderheiten auf. Wir haben zum Beispiel Familien mit behinderten Kindern, es gibt schwerkranke Menschen. Das nehmen wir alles auf – und dann versuchen wir die entsprechenden Wohnungen zu finden.

domradio.de: Wie lange dauert es, bis ein Mensch eine Wohnung erhält? Von dem Zeitpunkt, wo er ankommt?

Prölß: Es gibt keine echte Regel. Das ist sehr unterschiedlich. Das hängt auch mit der Größe der Familie zusammen. Wir haben in der Stadt auch das Problem, dass es billigen Wohnraum für große Familien kaum gibt. Das ist tatsächlich ein Problem, so dass kleinere Familien oder Ehepaare viel bessere Chancen haben.

domradio.de: Es ist ja nicht nur ein Problem für Großfamilien. Auch wir haben ja große Probleme. Wo bringen Sie die Leute unter? Wie kommen Sie an die Wohnung?

Prölß: Das ist ganz unterschiedlich. Es gibt Kirchengemeinden, die uns Wohnungen zur Verfügung stellen. Es gibt sehr viele Privatvermieter, die bei uns anrufen und sagen: Sie hätten sich überlegt, ihre Wohnungen jetzt für Flüchtlinge bereit zu stellen. Es gibt Wohnungsbaugesellschaften, die sich einbringen.  Die GHG hat uns zum Beispiel gesagt, dass sie 250 Wohnungen für Flüchtlinge pro Jahr haben. Es gibt aber auch enge Verbindungen zu Immobilienmaklern. Insofern kann man nicht sagen, wie lange es dauert, bis man tatsächlich eine Familie vermittelt hat.

domradio.de: Wer kommt für die Miete auf?

Prölß: Das ist wie bei Deutschen auch. Flüchtlinge, die zum Beispiel Leistungen vom Jobcenter bekommen, bekommen auch die Kostenerstattung für die Miete vom Jobcenter. Und wenn die Flüchtlinge noch leistungsberechtigt sind nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, dann ist das Sozialamt zuständig.

domradio.de: Was muss ich denn tun, wenn ich eine Wohnung vermiete oder ein Gästezimmer zur Verfügung habe. Wie kann ich Ihnen das zur Verfügung stellen?

Prölß: Indem sie uns zum Beispiel anrufen. Wir kommen dann vorbei und  sprechen mit ihnen. Wir würden auch ihre Bedürfnisse und Wünsche aufnehmen. Denn letztlich entscheiden Sie als Vermieter natürlich, wen Sie als Mieter in ihre Wohnung lassen. Das ist ganz wichtig.

Das Gespräch führte Renardo Schlegelmilch.

 

(dr)

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