Die Bestimmungen zur Sterbehilfe sind umstritten
Die Bestimmungen zur Sterbehilfe sind umstritten

29.07.2015

KFD befürchtet Druck zu Sterbehilfe Der Drang zum Sterben

Wenn die Bestimmungen für die Sterbehilfe weiter gelockert werden, könnten sich vor allem Frauen unter Druck gesetzt fühlen, befürchtet die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) im Oldenburger Land.

Die KFD verlangt eine bessere Palliativversorgung und ein Verbot der Beihilfe zum Suizid. In einem Brief fordert sie die Bundestagsmitglieder der Region auf, bei der im Herbst anstehenden Entscheidung gegen eine Freigabe der Suizidbeihilfe zu stimmen.

Zudem sollen sich die Parlamentarier dafür einsetzen, dass im Gesetzentwurf zur Verbesserung der Palliativ- und Hospizversorgung ausreichend Mittel sowohl für die häusliche Pflege als auch für stationäre Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser zur Verfügung gestellt werden. "Wir haben große Sorge, dass sich gerade Frauen im Alter gedrängt fühlen könnten, von Angeboten der Beihilfe zur Selbsttötung Gebrauch zu machen."

Altern vor allem für Frauen schmerzvoll

"Aus eigener Erfahrung in unseren Familien wissen wir, wie mühsam und schmerzvoll Altern und Sterben sein können und wie viele Ängste damit verbunden sind", schreiben die Frauen. Gerade Frauen, die immer für andere gesorgt hätten, falle es schwer, selbst als Pflegefall auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Auch seien es in erster Linie die Frauen, die am Lebensende ohne Partner zurückblieben und in Pflegeheimen bis zum Tod lebten.

Anfang Juli hatte der Bundestag über vier fraktionsübergreifende Gesetzentwürfe zur Neuregelung der Sterbehilfe debattiert. Die Vorlagen reichen von einem gänzlichen Verbot der Suizidbeihilfe bis zur weitgehenden Freigabe. In diesem Jahr will das Parlament über eine Neuregelung der Sterbehilfe entscheiden. Nach geltender Rechtslage sind Suizid und die Beihilfe zum Suizid nicht strafbar. Aktive Sterbehilfe hingegen ist verboten.

(KNA)

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