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Syrische Flüchtlinge im Libanon
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Iraker flüchten vor dem IS

17.06.2015

Flüchtlinge im Nahen Osten warten auf Hilfe Nicht nur in Europa

Die katholischen Hilfswerke Misereor und missio haben vor dem Weltflüchtlingstag am Samstag auf die Situation der Binnenvertriebenen weltweit und die Kriegsflüchtlinge im Libanon hingewiesen. Mehr internationale Hilfe sei dringend notwendig.

Das katholische Hilfswerk Misereor hat auf die Situation der Binnenvertriebenen aufmerksam gemacht. Rund Dreiviertel der 51 Millionen Flüchtlinge weltweit schafften es nicht über die eigene Landesgrenze, erklärte das Hilfswerk am Mittwoch in Aachen.

"Beispielsweise für den kurdischen Nordirak bedeutet das konkret, dass auf jeden vierten Einwohner ein Vertriebener kommt", erläuterte Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon. Der Druck auf die lokale Bevölkerung wachse mit jedem Tag. Nach Angaben der Vereinten Nationen wird die Zahl der Menschen, die im Irak auf internationale Hilfe angewiesen sind, in den kommenden Monaten auf fast zehn Millionen ansteigen, das wäre etwa jeder dritte Einwohner des Landes. Schon jetzt seien es rund 8,8 Millionen Menschen.

Rekordhöhe bei der Zahl der Binnenflüchtlinge

Laut Misereor lag in der Region um Dohuk im Nordirak die Bevölkerungszahl vor einem Jahr bei 1,3 Millionen Menschen. Nach derzeitigem Stand sei sie inzwischen auf zwei Millionen angewachsen. "Der jüngste Weltbericht über Binnenflüchtlinge spricht von einer Rekordhöhe von 38 Millionen Binnenflüchtlingen, ihre Zahl ist damit im letzten Jahr um 14 Prozent gestiegen", erklärte Bröckelmann-Simon.

Das Hilfswerk warnte vor einer europäischen Sicht auf die Flüchtlingsproblematik. Die EU stehe nicht im Fokus, sie trage nur einen Bruchteil der globalen Last und beherberge derzeit etwa vier Prozent aller Flüchtlinge.

Mehr als 1 Million Syrer im Libanon

Der Präsident des katholischen Hilfswerks missio München, Wolfgang Huber, ist in Sorge um die syrischen und irakischen Kriegsflüchtlinge im Libanon. "Ich habe unseren Partnern zugesagt, dass ich mich besonders für ihre Arbeit einsetzen werde", sagte Huber am Dienstag in München. Die Menschen seien dringend auf Hilfe in Deutschland angewiesen, ergänzte der missio-Regionaldirektor im Libanon, Michel Constantin. Im Libanon haben allein rund 1,2 Millionen Syrer vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat Zuflucht gefunden.

Bisher unterstützte missio München die Flüchtlinge im Libanon nach eigenen Angaben mit 50.000 Euro. Das Hilfswerk sammle aber weiter Spenden, etwa für die Schwestern vom Guten Hirten in Deir el Ahmar. Diese betreuen derzeit rund 1.650 Familien. Sie versorgen vor allem die betroffenen Kinder mit Mahlzeiten oder mit therapeutischer Hilfe. Außerdem betreiben die Schwestern eine Schule mit rund 400 Schülern, in der auch lernbehinderte Kinder gefördert werden.

(KNA)

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