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Kremierung der Toten
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28.04.2015

Vatikan und Hilfswerke geben Soforthilfen für Erdbebenopfer "Es ist wie in einem Krieg"

In Kathmandu fehlt es nach dem Erdbeben an allem: an Trinkwasser, Toiletten, Holz und Medikamenten. Die Menschen in Nepal haben Angst vor neuen Erdstößen. Der Vatikan und kirchliche Hilfswerke haben Soforthilfen zugesagt.

Der Päpstliche Rat Cor Unum gibt 100.000 Dollar (Tageskurs 92.000 Euro) Soforthilfe für die Erdbebenopfer in Nepal. Das Geld werde an die Kirche des Landes überwiesen, um die stark engagierten katholischen Hilfsorganisationen vor Ort zu unterstützen, teilte der Vatikan am Dienstag mit. Die Summe sei ein erster konkreter Ausdruck der Nähe und Ermutigung von Papst Franziskus. Er hatte am Sonntag auf dem Petersplatz zu tatkräftiger Solidarität mit den Opfern aufgerufen.

Zuvor hatten bereits kirchliche Hilfswerke Gelder für die Soforthilfe in der nepalesischen Erdbebenregion zur Verfügung gestellt. Sie rufen dringend zu weiteren Spenden auf. Caritas international und Misereor hatten jeweils 100.000 Euro Nothilfe zugesagt. Das Aachener katholische Kindermissionswerk "Die Sternsinger" stellt 80.000 Euro für die Soforthilfe zur Verfügung.

Nach jüngsten Angaben kostete das schwere Erdbeben vom Samstag mindestens 4.300 Menschen das Leben; rund eine Million Personen wurden obdachlos. Die Behörden rechnen jedoch mit noch höheren Opferzahlen. Betroffen von dem Beben waren neben Nepal auch angrenzende Länder.

"Wir wollen weg hier"

Der kleine Flughafen in Kathmandu ist hoffnungslos überlastet. "Wir sind seit zwei Tagen hier, weil es hier sicherer ist als in anderen Teilen der Stadt, aber Wasser, Essen und Platz sind knapp", sagt Gwang Jung aus Südkorea, der in Nepal Urlaub machte, in ein Mikrofon. Das Flughafenpersonal hat zum Teil die Stadt verlassen, um auf dem Land nach ihren Familien zu schauen. Die ankommenden Rettungsflüge haben Priorität vor den kommerziellen Flügen.

Am Kalanki Chowk, einer chaotischen Kreuzung, wo die meisten Busse in Kathmandu abfahren, warten Massen von Menschen auf einen Platz in einem der hoffnungslos überfüllten Fahrzeuge. Preise haben sich versechsfacht. Selbst die Plätze auf dem Dach der klapprigen Busse sind begehrt. "Wir wollen weg hier. Ich habe Kinder und die können nachts nicht einfach auf der Straße bleiben", sagt ein Ladenbesitzer.

Tausende wollen die Stadt so schnell wie möglich verlassen. Es fehlt an allem: Trinkwasser, Toiletten, Essen, Benzin, Holz, Medikamenten. Die Menschen haben Angst vor weiteren Beben. Viele schlafen weiter im Freien. Unter ihnen ist sogar der Präsident des Landes, Präsident Ram Baran Yadav, dessen Residenz beschädigt wurde.

Am größten scheint die Not auf dem Land

Sintflutartiger Regen am Dienstagmorgen machte die Lage der vielen Obdachlosen in der 2,5 Millionen-Metropole noch trostloser. Der Untergrund in Parks und anderen Freiflächen, wo viele Menschen ihre Zelte aufgespannt haben, verwandelte sich in Schlamm. Der Regen soll die kommenden zehn Tage anhalten.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass insgesamt acht Millionen Menschen von dem Erdbeben betroffen sind, mehr als ein Viertel der Bevölkerung Nepals. Mindestens 1,4 Millionen Menschen sind auf Lebensmittelhilfe angewiesen.

Am größten scheint die Not auf dem Land. Aber viele Gebiete sind noch gar nicht zugänglich. Die Bewohner des Dorfes Barkobot, eineinhalb Stunden von Kathmandu entfernt, warteten am Dienstag verzweifelt auf Unterstützung. Alle Häuser seien dort zerstört oder beschädigt, berichteten sie telefonisch. Die Einwohner haben Angst vor Dieben und Plünderer. Wie in vielen ländlichen Gegenden Nepals leben auch in Barkobot vor allem Frauen, Kinder und Ältere. Die Männer im erwerbfähigen Alter arbeiten in Indien, in den Golf-Staaten oder anderswo fern von zu Hause.

(KNA, epd)

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