Beileidbekundungen von Schülern an den Fenstern im Joseph-König-Gymnasium
Beileidbekundungen von Schülern an den Fenstern im Joseph-König-Gymnasium

25.03.2015

Schweigeminute an NRW-Schulen "Wir können Trauer nur teilen und nicht nehmen"

Haltern trauert um die Schüler und Lehrerinnen, die in der verunglückten Germanwings-Maschine gestorben sind. NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann besuchte die westfälische Stadt und kündigte für Donnerstag eine landesweite Schweigeminute an.

Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen werden am Donnerstag mit einer Schweigeminute der Opfer des Flugzeugabsturzes in Südfrankreich gedenken. "Den Schmerz über diesen Verlust kann keine Macht der Welt lindern", sagte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) am Mittwoch nach einem Besuch des Joseph-König-Gymnasiums im westfälischen Haltern am See. "Wir können diesen Schmerz nur teilen, und daraus kann ein wenig Trost erwachsen." Zuvor hatte sie an den Trauerfeierlichkeiten in dem Gymnasium teilgenommen. 16 Schüler und zwei Lehrerinnen der zehnten Klasse waren bei dem Flugzeugunglück über den französischen Alpen am Dienstag ums Leben gekommen.

Nach den Worten Löhrmanns soll die landesweite Gedenkminute um 10.53 Uhr beginnen. Zu diesem Zeitpunkt gab es am Dienstag den letzten Funkkontakt zu dem Airbus, der auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf war. Die Maschine hatte nach Angaben der Fluggesellschaft Germanwings 144 Passagiere und sechs Crew-Mitglieder an Bord, darunter 67 Deutsche. Es gab keine Überlebenden. Die Ursache für den Absturz in der Nähe von Digne-les-Bains bei Barcelonette war zunächst unklar.

Behutsame Rückkehr in den Schulalltag

Die Schüler aus Haltern waren auf dem Rückflug von einem Austausch in Spanien. Am Joseph-Königs-Gymnasium werde der Rückkehr in die Normalität des Schulalltag behutsam erfolgen, sagte Löhrmann. Es finde zwar Unterricht statt, aber nicht stur nach Plan. Stattdessen werde immer wieder Raum für Trauer und aufarbeitende Gespräche gegeben. Löhrmann mahnte einen achtsamen Umgang mit den Gefühlen der Betroffenen an. Sie habe viele weinende Jugendliche gesehen, einige seien sehr still gewesen, andere aufgewühlt - die Art der Trauer sei sehr individuell und das sei auch aus Sicht der Psychologen richtig so. Vor der Schule leuchtete am Mittwoch ein Meer von Kerzen, immer wieder legten Menschen dort Blumen nieder.

Auch in den kommenden Wochen stehen für die Angehörigen Krisenhelfer bereit. Rund 50 Krisenhelfer der Seelsorgeteams sind in Haltern unermüdlich im Einsatz. "An unserer Schule wird nichts mehr so sein, wie es vorher war", sagte Schulleiter Ulrich Wessel. Die Tragödie mache sprachlos. Auch Bürgermeister Bodo Kimpel sagte: "Es wird nach diesem Tag nichts mehr so sein wir vorher, für die betroffenen Familien nicht, für die Schule nicht, für die Stadt nicht." Seit Dienstag sei die Welt stehengeblieben.

Familien und Freunde in ihrer Trauer schützen

Kimpel und Vertreter aller Fraktionen sprachen den Angehörigen der Opfer ihr tiefes Mitgefühl aus und erklärten angesichts des Medienrummels, dass sie auch weiterhin die Familien und die Schule in ihrer Trauer schützen wollten. In die Kleinstadt mit 37.000 Einwohnern sind zahlreiche Vertretern von Printmedien, Fernseh- und Radiosendern aus Deutschland sowie Reporter aus Ländern wie Frankreich, Spanien und England gekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Joachim Gauck hatten den Landrat des Kreises Recklinghausen, Cay Süberkrüb (SPD), angerufen und ihr Beileid ausgesprochen.

(epd)

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