19.02.2015

Langfristige Hilfe für Ebola-Staaten notwendig "Es gibt Hoffnung"

Die Ausbreitung der Ebola-Epidemie in den Krisenstaaten Sierra Leone, Guinea und Liberia könnte im ersten Halbjahr dieses Jahres stark eingedämmt werden. Das sagte der Beauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner, in Berlin.

"Wenn wir dran bleiben, gibt es Hoffnung", sagte Lindner am Donnerstag in Berlin. Ziel sei es, die Zahl der Neuinfektionen so schnell wie möglich auf Null zu senken. Der Ebola-Sonderbeauftragte äußerte sich anlässlich einer Expertenveranstaltung zu den Maßnahmen Deutschlands im Kampf gegen das tödliche Virus. Lindner will in der kommenden Woche erneut in die Krisenstaaten reisen. Seit seinem Amtsantritt im Oktober wird dies seine sechste Reise in die Ebola-Gebiete sein.

Von der akuten Nothilfe zur langfristigen Entwicklungszusammenarbeit

Entscheidend sei, den Weg der Neuinfektionen genau zurück zu verfolgen und alle möglichen Kontaktpersonen zu identifizieren, sagte Lindner. Experten gehen davon aus, dass rund 20 Menschen, die mit einem Ebola-Kranken Kontakt hatten, überwacht werden müssen. Nur so kann eine weitere Ausbreitung gestoppt werden.

"Es ist möglich, im ersten halben Jahr auf null Neuinfektionen zu kommen", sagte Linder. Aber es sei eine Hoffnung, Garantie gebe es keine. Das Ziel der drei westafrikanischen Länder, in 60 Tagen auf Null-Infektionen zu kommen, halte er für sehr optimistisch.

Man müsse jetzt von der akuten Nothilfe zur Aufbauhilfe und schließlich zu langfristigen Maßnahmen in der Entwicklungszusammenarbeit mit den drei westafrikanischen Staaten übergehen, betonte der Ebola-Beauftragte. Dafür sei eine lückenlose Finanzierung auch langfristig notwendig. Gleichzeitig dürfe man noch nicht zu viel machen, solange die Zahl der Neuinfektionen nicht die Quote Null erreicht hätte, sagte Lindner. Die Hilfen flexibel einzusetzen und nach Bedarf neu auszurichten, gehöre zu den größten Herausforderungen.

Würdevolle Beerdigung für Ebola-Opfer wichtig

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters, hob die Bedeutung einer würdevollen und sichere Beerdigung hervor. Zu Anfang seien viele Ebola-Opfer verbrannt worden, was die lokale Bevölkerung und auch Infizierte abgeschreckt habe. Man habe daher eine Form der Bestattung finden müssen, die für die Anghörigen akzeptabel war. Auch die psychosoziale Betreuung der Betroffenen und der Anhörigen sei essenziell.

Das DRK habe seit Oktober 71 Mitarbeiter nach Liberia und Sierra Leone entsandt. "Wir bleiben jedenfalls so lange, so lange wir gebraucht werden, mindestens bis Mitte des Jahres", betonte Seiters.

Die Bundesregierung hat bisher Hilfen in Höhe von rund 162 Millionen Euro für die besonders stark von Ebola betroffenen Staaten bereitgestellt. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sind rund 23.200 Menschen in dieser Region mit dem Erreger infiziert, rund 9.350 starben bereits an Ebola. Experten vermuten, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt. Derzeit laufen Testreihen für einen Impfstoff.

(epd, KNA)

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