Frauen in Afghanistan
Frauen in Afghanistan

25.11.2014

Mädchen und Frauen in Afghanistan "Zivilgesellschaft muss weiter unterstützt werden"

Gewalt gegen Frauen ist in Afghanistan allgegenwärtig. Zwar gibt es dort immer mehr Rechte für Mädchen und Frauen, die Sicherheitslage ist aber weiter schlecht, sagt Mechthild Buchholz von der Hilfsorganisation medica mondiale.

domradio.de: Seit dem Ende des extrem frauenfeindlichen Taliban-Regimes sind jetzt zehn Jahre vergangen. Was wissen Sie über die Situation von Frauen und Mädchen in Afghanistan im Jahr 2014? 

Buchholz: Unsere Gründerin Monika Hauser ist gerade aus Afghanistan zurückgekehrt und hat berichtet, dass die Stimmung durchaus gemischt ist. Es liegt eine Spannung über dem Land, die auch was damit zu tun hat, dass noch nicht klar ist, wie sich der neue Präsident in Bezug auf Frauenrechte entwickeln wird. Gleichzeitig berichten die Kollegen von Medica Afghanistan, unserer Partnerorganisation, auch von Erfolgen, die sie erreichen, und Dingen, die sich verändern. Deshalb kann man die Lage als durchwachsen aber auch hoffnungsfroh bezeichnen.  

domradio.de: Was sind die drängendsten Probleme für die Frauen in Afghanistan?

Buchholz: Ein großes Problem ist nach wie vor die Sicherheitslage, dass sich Frauen nicht gut frei bewegen können. Aber auch, dass unsere Kolleginnen Drohanrufe oder SMS auf ihre Handys bekommen, in denen sie aufgerufen werden, ihre Arbeit ruhen zu lassen und sich nicht weiter für Frauenrechte zu engagieren. Dagegen entwickelt sich die Bildung für Frauen positiv. Es gibt immer mehr Mädchen, die zur Schule gehen, und Frauen, die studieren. Außerdem erhalten Frauenrechte nach und nach einen Stellenwert in der afghanischen Gesellschaft und Politik.   

domradio.de: Was sind ihre Forderungen an die internationale Gemeinschaft und die deutsche Bundesregierung?

Buchholz: Unsere Sorge ist, dass mit dem Abzug der internationalen Truppen Afghanistan in Vergessenheit gerät. Das wäre umso bitterer, weil für die afghanische Zivilgesellschaft insgesamt, aber auch speziell für die Frauen und Mädchen, viel erreicht worden ist. Wir machen uns sehr große Sorgen, dass diese Erfolge wieder zurückgedreht und Frauen wieder stärker Gewalt ausgesetzt werden. Deswegen fordern wir die internationale Gemeinschaft und auch die deutsche Politik auf, weiter den Aufbau der Zivilgesellschaft in Afghanistan zu unterstützen und insbesondere auch Geld in Frauenprojekte zu geben, um das Erreichte nicht wieder aufzugeben. 

domradio.de: Warum ist Politik für Frauenrechte immer auch ein Schlüssel für gelungene Entwicklungsarbeit? 

Buchholz: Wenn Frauen im öffentlichen Leben auftauchen, wenn Frauen in Parlamenten sitzen und an politischen Entscheidungen teilhaben, verändern sie immer auch die Gesellschaft und das Leben von Frauen. Deswegen ist es für uns unglaublich wichtig, dass Frauen auch in zentralen Positionen Verantwortung übernehmen und sich für Frauen- und Mädchenrechte einsetzen.

(DR)

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