Erzbischof Ludwig Schick
Erzbischof Ludwig Schick

26.06.2013

Erzbischof Schick fordert Schließung von Guantanamo "Keine Folter nirgends und gegen niemanden!"

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick fordert am "Internationalen Tag zur Unterstützung der Opfer der Folter" die Schließung von Guantanamo und erläutert die besondere Pflicht von Christen, sich gegen Folter zu engagieren.

domradio.de: Wenn Sie hören, dass Obama erneut verspricht, Guantanamo zu schließen. Was denken Sie dann? Glauben Sie das?

Erzbischof Schick: Ich glaube daran, vor allen Dingen hoffe ich darauf! Als Kirche müssen wir das auch fordern, zuletzt haben wir in unserem Katechismus der Katholischen Kirche wiederum unterstrichen, dass Folter für uns absolut unakzeptabel ist. Das lehnen wir ab aus Menschenliebe, und weil Gott will, dass die Würde jedes Menschen und auch seine Rechte auf Integrität des Leibes gewahrt bleiben. Deshalb lehnen wir Folter ab. Deshalb muss Guantanamo geschlossen werden. Aber auch etliche andere Lager, in denen Menschen gefoltert werden um Geständnisse zu erpressen.

domradio.de: Also sehen Sie uns Christen in einer besonderen Pflicht, uns gegen Folter einzusetzen?

Erzbischof Schick: Gott achtet die Würde jedes Menschen und seine Rechte. Er hat uns alle geschaffen. Aufgrund des Gebots der Gottesliebe haben wir uns gegen Folter einzusetzen. Das mit der Gottesliebe verbundene Gebot der Nächstenliebe ist ohne Wenn und Aber eine Verpflichtung, sich gegen die Folter einzusetzen. Das was wir nicht wollen - und wer will schon gefoltert werden - das muss für jeden anderen gelten!

domradio.de: Wie könnte eine Schließung Guantanamos umgesetzt werden?

Erzbischof Schick: Natürlich braucht es da die Internationale Gemeinschaft. Die Häftlinge  müssen aufgenommen werden, Deutschland hat ja auch schon einen aufgenommen. Da müssen auch noch andere Länder ihre Bereitschaft zeigen, das muss international verabredet werden. Da sind Menschen, die dem Terrorismus zugeneigt sind und auch terroristische Akte begangen haben, die müssen auch rechtsstaatlich verurteilt und entsprechend bestraft werden, aber alles im rechtsstaatlichen Bereich und mit internationaler Hilfe.

domradio.de: Guantanamo war vergangene Woche in den Schlagzeilen, weil zahlreiche Häftlinge im Hungerstreik sind. Etliche von ihnen werden zwangsernährt. Ist das nicht auch eine Form der Folter?

Erzbischof Schick: Zwangsernährung gehört laut Definition nicht zur Folter. Der Mensch muss alles tun, um das Leben eines anderen Menschen zu wahren, wenn dieser in Lebensgefahr ist, selbst wenn er sich durch Hungerstreik selbst in Lebensgefahr gebracht hat. Es muss alles getan werden, um einem Menschen das Leben zu erhalten. Deshalb sind bestimmte Formen von Zwangsernährung auch rechtlich vorgeschrieben und auch von der Nächstenliebe gefordert. Aber es muss in einem Rahmen geschehen, was auch möglich ist, dass damit nicht erneut ein Folterzwang ausgeübt wird oder dass es in die Nähe von Folter kommt.

domradio.de: Wie kann ein Folterverbot durchgesetzt werden?

Erzbischof Schick: Rechtlich vorgeschrieben ist es ja, dass Folter nicht stattfinden darf. Man muss die Internationale Gemeinschaft immer wieder daran erinnern! Es muss im Bewusstsein möglichst vieler, ja aller Menschen sein, dass Folter inakzeptabel ist und abgelehnt werden muss. Dann wird in einer demokratisch strukturierten Welt die Folter abgeschafft werden. Wenn keiner mehr Folter will, dann wird es auch keine mehr geben. Es ist eine Frage des Bewusstseins der Menschen insgesamt, und dass muss in die politisch Verantwortlichen hineinkommen, dann wird Folter abgeschafft werden. Auch hier gilt: Steter Tropfen höhlt den Stein. Da muss man dranbleiben, deshalb ist auch so ein Tag gegen Folter wichtig. Deshalb schaltet sich da auch die Kirche ein und stellt sich hinter die Forderung:

(dr)

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