19.09.2017

Neuer Vorsitzender des Katholikenrats im Militärbischofsamt Verantwortung und Ehrenamt

Die katholischen Soldatinnen und Soldaten und ihre Familien in Deutschland haben einen eigenen Katholikenrat im Militärbischofsamt. Derzeit wählen sie ihre Vertreter. Der neue Vorsitzende erklärt im Interview Aufgaben und Gremienarbeit.

domradio.de: Sie sind jetzt der neue Vorsitzende des Katholikenrats im Militärbischofsamt. Das ist eine komplizierte Formulierung. Wie vertreten Sie die Interessen dort?

Gereon Gräf (Oberstleutnant und Vorsitzender des Katholikenrats im Militärbischofsamt): Letztendlich ist es so, dass der Vorstand des Katholikenrates ein Beratungsgremium des katholischen Militärbischofs für die deutsche Bundeswehr ist. Man kann das mit dem Diözesanrat in einer Diözese vergleichen. Dieser Vorstand hat sieben Mitglieder und einen Vorsitzenden. Diese Mitglieder des Vorstandes und der Vorsitzende selber wurden heute gewählt und ich freue mich sehr, dass ich dieses Amt übernehmen darf.

domradio.de: Was heißt das konkret? Mit welchen Herausforderungen befassen Sie sich?

Gräf: Wir werden das Laienapostolat - weil wir wahrscheinlich auch nicht mehr werden - in eine tragfähige Zukunft führen müssen. Das ist der Schwerpunkt für die nächsten Jahre. Letztendlich sind wir dabei aber auch an den Diözesen angelehnt.

domradio.de: Sie treffen sich unter dem Motto "Suche Frieden". Das ist in der aktuellen Zeit mit den ganzen Krisen nicht allzu einfach, oder?

Gräf: Da haben Sie Recht. Wir hatten am Montagnachmittag mit Unterstützung vom "zebis" - dem Zentrum für ethische Bildung - verschiedene Gruppenarbeiten mit unterschiedlichen Stationen gehabt. Die erste Station dabei lautete "Frieden in der Gesellschaft und im Beruf", dann Frieden mit einem selber, Frieden mit der Familie, Frieden in der Welt, Frieden im Internet und schließlich das wirtschaftliche Handeln. So haben wir versucht uns dem Thema zu nähern.

domradio.de: Es geht schwerpunktmäßig bei dem Treffen auch um das ehrenamtliche Engagement der Soldaten. Das heißt, wenn man als Soldat nach Feierabend die Uniform ablegt, dann muss man sich immer noch engagieren?

Gräf: Nicht unbedingt. Das ehrenamtliche Engagement kann man auch während der Dienstzeit machen. Da gibt es durchaus die Möglichkeit einer Freistellung mit Sonderurlaub. Da gibt es die gleichen Ebenen wie beim Pfarrgemeinderat, der Dekanatsarbeitskonferenz und dem Katholikenrat auf Diözesanratsebene. Es ist natürlich schon so, dass viele Veranstaltungen am Wochenende und nach Dienstschluss stattfinden. Es gibt aber auch zahlreiche Veranstaltungen unter der Woche während der Dienstzeit.

domradio.de: Wie engagieren sich denn die Soldaten unabhängig von den Gremien ehrenamtlich?

Gräf: Indem sie beispielsweise bei organisatorischen Dingen mitwirken, sich in der ethischen Bildung beim lebenskundlichen Unterricht einbringen, soziales Engagement zeigen oder das christliche Leben im Dienstalltag forcieren. Wir geben auch im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit Arbeiten raus oder engagieren uns über die Verbandsarbeit.

domradio.de: Nun ist die Bundeswehr in den vergangenen Monaten in die Schlagzeilen geraten, weil es Soldaten gegeben hat, denen Rechtsradikalismus nachgewiesen werden konnte. Wie sehr beschäftigt Sie das? Ist das auch Thema auf ihrem Treffen?

Gräf: Das ist ein trauriges Thema. Es gibt diese Fälle. Einzelfälle, wie ich betonen möchte. Jeder Einzelfall ist aber auch zu viel. Diesen Fällen wird natürlich nachgegangen.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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