Hans Zollner, Präsident des Zentrums für Kinderschutz (CCP)
Hans Zollner, Präsident des Zentrums für Kinderschutz (CCP)

12.11.2020

Muss nach McCarrick-Report Bischofsauswahl verbessert werden? Experte fordert Konsequenzen

Laut des Kinderschutzexperten Hans Zollner muss der Untersuchungsbericht zum entlassenen US-Kardinal Theodore McCarrick Folgen für Personalauswahlverfahren in der Kirche haben. Dies gelte besonders für die Findung von Bischöfen.

Das sagte der Psychologe der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwochabend in Rom. "Der Bericht benennt ganz klar Abläufe und Personen", so Zollner. Er zeige auf, was falsch gelaufen sei. Insofern sei er sehr zufrieden mit dem am Dienstag vorgelegten Report.

Die dokumentierten Aussagen von Opfern spiegeln nach Ansicht des Experten wider, was auch andere Betroffene über Missbrauch, Übergriffe sowie Vertuschen und Schweigen in der Kirche berichten. "Ohne den Mut und die Hartnäckigkeit der Opfer gäbe es diesen Bericht gar nicht", so Zollner. Etliche hätten sich ihm gegenüber jetzt traurig, wütend, verwirrt, manche aber auch erleichtert geäußert.

Sorgfalt bei Auswahl von Bischofskandidaten

Zwar benenne der Report keine Konsequenzen aus dem Skandal, aber dies sei auch nicht Aufgabe der Erhebung gewesen. Dennoch muss nach Zollners Ansicht künftig gesichert werden, "dass bei der Auswahl von Bischofskandidaten und anderen Führungskräften maßgebliche Einschätzungen nicht nur aus dem klerikalen Umfeld oder von kirchlich Abhängigen kommen".

Bisher würden Sondierungen und Ernennungen aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes weitgehend geheim ablaufen. Aber nicht nur der Bericht zeige, dass viele Verfahren so geheim ohnehin nicht seien.

Externe Fachleute hinzuziehen

Zur Forderung, bei Verfahren zur Prüfung der Verletzung von Aufsichtspflichten oder Vertuschungen unbedingt externe Fachleute hinzuzuziehen, merkte Zollner an: "Das ist sicher wünschenswert, aber man muss solche Experten auch zur Verfügung haben"; dies sei leider nicht überall der Fall.

Noch vor zwei Jahren, so der Jesuit weiter, sei es nahezu undenkbar gewesen, dass ein offizielles Dokument des Vatikan so detailliert Missbrauch und Vertuschen schildert und Beteiligte klar benennt. Insofern sei dies ein großer Fortschritt.

(KNA)

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