Kinderschutzexpertin sieht weltweite Bewegung bei Missbrauch
Missbrauch-Prävention an Schulen

13.06.2020

Sexualexpertin erwartet von Strafrechtsverschärfung "starke Wirkung" Prävention durch Abschreckung?

Die Bundesregierung will höhere Strafen auf die Verbreitung von Kinderpornografie. Das Delikt könnte künftig als Verbrechen geahndet werden. Das würde vieles ändern, sagt die Fach- und Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch, Zartbitter.

Die Fach- und Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch, Zartbitter, begrüßt die Absicht der Bundesregierung, die Verbreitung von kinderpornografischem Material in Zukunft strafrechtlich schärfer zu ahnden.

Die Geschäftsführerin der Beratungsstelle in Köln, Ursula Enders, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), sie sei "absolut erleichtert", dass diese Form der sexuellen Gewalt nicht länger nur als Vergehen, sondern als Verbrechen bewertet werden soll. "Diese Reform wird eine starke präventive Wirkung entfalten", zeigte sich Enders überzeugt.

Ein Drittel der Täter sind unter 18

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte am Donnerstag ihre bisherige ablehnende Position gegen eine Strafrechtsverschärfung aufgegeben und erklärt, auch Fälle, die nicht mit körperlicher sexueller Gewalt und Misshandlungen einhergehen, müssten als Verbrechen eingestuft werden. Sie gab damit auch dem Druck von Unionspolitikern nach.

Enders glaubt, dass mit der Strafverschärfung insbesondere die Verbreitung kinderpornografischen Materials unter Schülern eingedämmt werden kann. Sie wies darauf hin, dass sexueller Missbrauch zu mehr als einem Drittel von Menschen unter 18 Jahren begangen werde. Häufig würden Minderjährige von Mitschülern aufgefordert, sich auszuziehen und sexuelle Handlungen an sich zu begehen. Anschließend würden Aufnahmen an den Schulen verbreitet. Wer sich weigere mitzumachen, werde gemobbt.

Keine Bagatelle

Dieses Verhalten und die damit verbundene "tiefe Verletzung der Opfer" müsse als Verbrechen einstuft werden, sagte Enders. Zudem müsse in einer jugendgerechten Aufklärungskampagne deutlich gemacht werden, dass derartige Taten keine Bagatelle seien. Mit einer
Strafrechtsverschärfung würden auch Schulen sehr viel härter durchgreifen, als dies heute der Fall sei.

Staatsanwälte könnten von den jugendlichen Straftätern leichter als heute die Teilnahme an Gruppentherapien verlangen. "Das Ausmaß sexualisierter Gewalt durch Kinderpornografie ginge rapide zurück", erwartet die Expertin.

Ortsnahe Anlaufstelle gefordert

Auch erwachsene Täter würden bei einer Strafrechtsverschärfung deutliche Konsequenzen spüren, sagte Enders. Wenn Kinderpornos nicht länger verharmlost werden, würden etwa Frauen, die auf dem PC ihres Partners entsprechendes Bildmaterial fänden, anders reagieren als derzeit.

Enders forderte, das Angebot niedrigschwelliger Fach- und Beratungsstellen in Deutschland deutlich auszubauen. Menschen, die auch nur die Vermutung missbräuchlichen Verhaltens hätten, bräuchten eine ortsnahe Anlaufstelle. An sie könnten sich besorgte Eltern
wenden, die den Weg zur Polizei oder zum Jugendamt scheuen, sagte Enders.

Markus Jantzer
(epd)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Tageskalender

Radioprogramm

 21.01.2021
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Amtsantritt Joe Bidens aus theologischer Sicht
  • Medienscouts in erzbischöfliche Marienschule in Leverkusen ausgezeichnet
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Amtsantritt Joe Bidens aus theologischer Sicht
  • Medienscouts in erzbischöfliche Marienschule in Leverkusen ausgezeichnet
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

18:30 - 20:30 Uhr

Gottesdienst

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Himmelklar Podcast

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Die ganze Bibel im Ohr! Jetzt spenden!